Sorge um Panda Meng Meng: Leidet sie an einer Verhaltensstörung?

Sorge um Panda Meng Meng: Leidet sie an einer Verhaltensstörung?

Drei Monate ist es nun her, dass Pandadame Meng Meng und ihr Artgenosse Jiao Qing im Zoo Berlin ein neues Zuhause gefunden haben. Doch während sich Jiao Qing problemlos eingelebt hat, verhält sich Meng Meng merkwürdig. Handelt es sich dabei um eine Verhaltensstörung? Oder braucht das Tier einfach noch etwas mehr Zeit, um sich einzugewöhnen?

Im Juni 2017 bekam der Zoo Berlin zwei ganz besondere neue Mitbewohner aus China: Die Pandas Meng Meng (Träumchen) und Jiao Qing (Schätzchen). Doch Monate nach ihrer Ankunft hat Meng Meng nur einen kleinen Teil ihres Geheges erkundet. Sie läuft außerdem rückwärts und stößt sich an Wänden.

Ist es eine harmlose Marotte,  wie der Zoo Berlin zunächst auf seiner Homepage schrieb? Oder ist es stereotypes Verhalten, das auf nicht artgerechte Haltung zurückzuführen ist? Letzteres vermuten der Deutsche Tierschutzbund und die Tierrechtsorganisation Peta.

Laut dem Zoo Berlin zeigte Meng Meng das eigentümliche Verhalten bereits in ihrer alten Heimat China während ihrer Quarantänezeit. Damals wurde vermutete, dass ihre "Marotten" mit ihrem Alter zusammenhängen. Meng Meng befindet sich noch in der Pubertät und auch bei Tieren führt dies zu einem hormonellen Ungleichgewicht, das Einfluss aufs Verhalten haben kann.

Denise Ade, vom Deutschen Tierschutzbund, ist laut "dpa" anderer Ansicht: "Dieser Panda bringt offenkundig zum Ausdruck, dass er erheblich leidet und die Haltungsbedingungen vermutlich nicht den artgemäßen Bedürfnissen gerecht werden. Es geht hier nicht um den Artenschutz, sondern darum, neue Zuschauermagneten im Zoo zu halten." Yvonne Würz von der Tierrechtsorganisation Peta gibt ihr recht: "Der Panda im Berliner Zoo ist kein Einzelfall. Solche Verhaltensstörungen beobachten wir häufig bei Tieren in Gefangenschaft. Wir kennen zum Beispiel das Hin- und Her-Wanken von Elefanten oder das Auf-und Ab-Laufen von Raubkatzen."

Die Sprecherin vom Zoo Berlin, Katharina Marie Sperling, sagt dazu: "Die Experten, mit denen wir zusammenarbeiten, haben noch keine Ursache finden können. Aber wir werden weiter beobachten, wie sie sich entwickelt." Gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung versuche der Zoo Berlin, die Pandadame besser zu verstehen. Sperling erklärt: "Wichtig ist für uns erst mal, dass sie gut frisst und gut schläft. Für kooperatives Verhalten wird sie von uns besonders belohnt. Weitere Maßnahmen sind derzeit nicht geplant."