Sorge um im Iran inhaftierte Britin Nazanin Zaghari-Ratcliffe

Nach den neuen Vorwürfen gegen seine im Iran inhaftierte Frau macht sich der Ehemann von Nazanin Zaghari Ratcliffe noch größere Sorgen. Er forderte den britischen Außenminister, Boris Johnson, auf, in den Iran zu reisen, um die Britin zu unterstützen. Sie sei schon vor den neuen Anklagen traumatisiert gewesen, sagte Richard Ratcliffe im Gespräch mit euronews.

"Es ist wirklich kein gutes Zeichen, dass sie am 10. Dezember wieder vor Gericht gestellt wird. Und es gibt diese sehr aggressive Propagandakampagne in den Medien. Ich glaube, es ist wichtig, dass die Regierung sich bewegt und dass der Außenminister so rasch wie möglich in den Iran reist. Ich habe ihn am Freitag noch mal gebeten, mit ihm reisen zu dürfen. Ich habe auch bei der iranischen Botschaft ein Visum beantragt, damit ich am 10. Dezember dort sein kann."

Am Wochenende hat es eine Solidaritätsdemonstration für Zaghari-Ratcliffe gegeben. Sie war erneut angeklagt worden, nachdem Boris Johnson gesagt hatte, sie habe im Iran Journalismus unterrichtet, was Nazanin bestreitet. Ihr Mann ist sehr besorgt.

"Sie ist schwer traumatisiert von den neuen Beschuldigungen und musste in die Gefängnisklinik gebracht werden. Sie bekam Beruhigungsmittel gespritzt. Ich bin entsetzt, dass so etwas passieren konnte. Ihr ging es schon vorher nicht gut, sie hat versucht, mit dem Psychiater zu sprechen, aber wochenlang durfte sie das nicht. Ich mache mir Sorgen um ihre psychische Gesundheit."

Nazanin war mit ihrer drei Jahre alten Tochter in den Iran gereist  um die Großeltern des Kindes zu besuchen.