Sorge um angeblich in China freigelassenen Dissidenten Gui Minhai

Sorge um Dissidenten Gui Minhai (rechts)

Nach der angeblichen Freilassung des Dissidenten Gui Minhai in China bleibt der 53-Jährige verschwunden. Guis Situation sei unklar, seine Familie habe weiterhin keinen Kontakt zu ihm, sagte der China-Experte der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Patrick Poon, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Wir fürchten, dass er an einem unbekannten Ort unter Hausarrest gestellt worden sein könnte."

Ohne Kontakt zu seiner Familie und ohne einen Anwalt seiner Wahl drohe Gui Folter, sagte Poon. "Sollte er wirklich frei sein, fordern wir die Behörden auf, dass er umgehend seine Familie kontaktieren kann."

Guis Tochter Angela Gui hatte zuvor Zweifel an der Freilassung ihres Vaters geäußert. Seit seiner mutmaßlichen Freilassung in der vergangenen Woche habe sie nichts von ihm gehört.

Gui hat die schwedische Staatsangehörigkeit und ist Mitarbeiter eines Peking-kritischen Verlags aus Hongkong. Er ist Autor mehrerer Bücher über die chinesische Führung. 2015 verschwand er während eines Urlaubs in Thailand - mutmaßlich wurde er vom chinesischen Geheimdienst verschleppt. 2016 wurde er im chinesischen Staatsfernsehen mit einem "Geständnis" vorgeführt, wonach er sich wegen eines Verkehrsunfalls vor elf Jahren in China gestellt habe.

Das chinesische Außenministerium hatte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch mitgeteilt, dass Gui seine Gefängnisstrafe verbüßt habe und am 17. Oktober freigelassen worden sei. Das schwedische Außenministerium erklärte, von den chinesischen Behörden über die angebliche Freilassung informiert worden zu sein und seither zu versuchen, Gui zu kontaktieren.