Sophia Thiel: Fitness-Influencerin offenbart Kampf gegen Essstörungen

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Mit der Geschichte von Sophia Thiel (26) konnten sich viele identifizieren: Als Teenager mochte sie sich nicht leiden, fand sich zu dick. Mit einem knallharten Fitnessprogramm und einer Ernährungsumstellung reduzierte sie ihr Gewicht von 80 auf 50 kg und wurde zur bewunderte Fitness-Influencerin. Doch rückblickend musste sie erkennen, dass sie unter einer Essstörung litt.

Schonungslose Video-Beichte

2019 wurde es plötzlich ruhig um Sophia Thiel, ihr YouTube-Kanal verstummte. Als sie Anfang 2021 wieder in der Öffentlichkeit auftrat, sah sie anders aus – vor allem nicht mehr so extrem schlank. Am Sonntag (25. April) lud sie ein Video hoch, in dem sie bewundernswert ehrlich über ihre Probleme spricht. Es sei das "wahrscheinlich privateste, intimste, emotionalste und mir persönlich wichtigste", sagte die Influencerin einleitend. Schon als Kind sei ihr Essverhalten manchmal problematisch gewesen, aber als Teenager sei es schlimmer geworden: "Ich bin dann während meiner Schulzeit sogar in der Magersucht-Richtung hineingerutscht", sagte Sophia. Mit 50 kg bei 1,72 m Körpergröße sei sie eindeutig untergewichtig gewesen.

Sophia Thiel litt unter Bulimie

Doch dann entdeckte sie das Bodybuilding für sich und es erschien ihr der richtige Weg zu sein, um ihr Leben und ihren Körper unter Kontrolle zu bekommen: "Ich habe gedacht, ich habe den Schlüssel für mich gefunden. Im Bodybuilding mit diesem perfektionistischen Ansatz, mit diesem Schwarz-Weiß-Denken kann ich genau meinen Körper formen, so wie ich es will", sagte Sophia. Doch ihr eigener Perfektionismus gepaart mit unrealistischen Bildern auf Social Media und ihrer eigenen Rolle als Fitness-Ikone trieben ihre Essstörungen weiter voran. 2020 begann sie eine Psychotherapie und fand heraus, was mit ihr los war – sie litt unter Bulimie. Dieser Schritt sei das "Beste, was ich hätte tun können". Heute ist es Sophia wichtig, offen mit dem Thema Ernährung und Gewicht umzugehen und anderen Mut zu machen – niemand solle sich allein fühlen mit diesen Problemen.

Bild: Sven Hoppe/picture-alliance/Cover Images