Sonya Yoncheva auf neuen Pfaden

Prinzessin Elisabeth in Don Carlos in Paris, “Tosca” und bald “Luisa Miller” in New York, dann Imogene in “Il Pirata” in Mailand: Die diesjährige Saison ist für die bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva gespickt mit neuen Rollen. Sie studiert sie mit Methode und Pragmatismus ein:

“Diese Saison ist sehr spannend für mich. Ich versuche, nicht so sehr daran zu denken, es einfach durchzuziehen! Ich sage immer, dass die Musik einem ganz schön hilft, denn wenn man nur einen Text auswendig lernen müsste, dann wäre das viel schwieriger für mich. Natürlich müsste ich einräumen, dass das Stücke sind, die ich viele Male in meinem Leben gehört habe. Tosca zum Beispiel, das habe ich wohl hundertmal gehört, bevor ich die Rolle einstudierte. Deshalb war es nicht so schwierig bei Tosca.”

“The deluxe opera experience…“—WQXR
Puccini's Tosca is on stage tonight, Jan 6 starring sonyayoncheva. https://t.co/xMPcu1IGCg pic.twitter.com/F0NSBcmx1v— Metropolitan Opera (@MetOpera) 6 janvier 2018

Dennoch hat sie für ihr Debüt als Tosca an der Metropolitan Opera in New York noch viele Male Puccinis Oper angehört: “Ich habe mir so gut wie alle Aufnahmen angehört und mir auch live Aufführungen angeschaut, um zu sehen, wie meine Kollegen die Rolle umsetzen. Das war sehr interessant, denn wenn man andere Sänger in der Rolle sieht, die man selbst auch einstudiert, dann erfasst man besser die kleinen Unterschiede, die einem manchmal in schwierigen Situationen wirklich helfen können. Also, ich habe wirklich fast alle Versionen angehört, die als Audio oder Video existieren. Das hat mich sehr inspiriert.”

MetOpera Soaring, pouncing, agonized, rapturous - Sonya Yoncheva's Tosca is still in my ears. Don't miss her in it.— William Germano (WmGermano) 10 janvier 2018

Vor der Zusammenarbeit in “Tosca” stand Yoncheva schon früher mit Tenor Vittorio Grigolo und Bariton Željko Lučić auf der Bühne: “Es ist besser, wenn man seine Kollegen kennt, denn dann weiß man, wie man am besten auf der Bühne mit ihnen zusammenspielt, man weiß, was sie wollen, und alles ist viel besser vorhersagbar. Gleichzeitig haben wir ja in der Welt der Oper nicht viele Grenzen. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich mit einem Tenor gesungen habe, der erst fünf Minuten vorher angekommen war und den ich überhaupt nicht kannte. Und dann mussten wir ewig lange Liebesszenen spielen”, lacht sie. “Aber das funktionierte – wir sind eben Künstler, wir hängen uns da rein.”