Sony – ein unterschätzter Tech-Player

Benedikt Kaufmann
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Sony – ein unterschätzter Tech-Player

Die Aktie von Sony verfügt über einwandfreie wirtschaftliche Aussichten – die Quartalszahlen, die Sony Anfang Februar veröffentlichte, waren stark. Die herausragenden Zukunftsgeschäfte Gaming und Bildsensoren glichen erneut das schwache Smartphone-Segment aus. Und dennoch haben wenige Anleger den Tech-Konzern auf dem Schirm.

Wichtigstes Segment

Das umsatzstarke Gaming-Business um das Erfolgsprodukt Playstation legte um 14 Prozent zu und trägt damit 26 Prozent des Gesamtumsatzes. Mittlerweile hat Sony etwa 74 Millionen Playstation-4-­Konsolen verkauft – das macht die Playstation zur erfolgreichsten Konsole der Welt. Zum Vergleich: Microsoft hat schätzungsweise nur 35 Millionen Exemplare der Xbox One abgesetzt, Nintendo hat nur etwa zehn Millionen Switch-Konsolen verkauft. Ein riesiger Verkaufserfolg für Sony, der jetzt die Monetarisierung der Hardware durch passende Software ermöglicht. Denn Sony entwickelt nicht nur Videospiele, sondern vertreibt die Games gegen eine Gebühr auch über den Playstation Store. Hinzu kommen rund 32 Millionen zahlende Abonnenten für Playstation Plus, das den Zugang zu Multiplayer-Spielen ermöglicht. Die Zeiten des gefürchteten Konsolenzyklus, als Umsätze in Abhängigkeit von der Veröffentlichung des neuen Produkts stark schwankten, sind damit vorbei. Ein planbares Gaming-Segment mit stabilen Umsätzen – da spielen auch die Anleger mit. Insbesondere wenn dank Virtual Reality ein Trend beigemischt wird, der Kursfantasien für die Zukunft bereithält.

Gewinne für die Zukunft

Doch Sony kümmert sich nicht nur im Konsolengeschäft um die Zukunft. Im Bereich der Bildsensoren profitiert der Konzern von einem weiteren Trend. Denn sowohl Kameras in Smartphones als auch Assistenzsysteme in Fahrzeugen brauchen immer mehr Bildsensoren. Sony hat Milliarden in die Entwicklung gesteckt, um die besten Produkte am Markt anzubieten. Das wird honoriert. Mittlerweile ist Sony mit einem Marktanteil von 42 Prozent Marktführer und die Chip-Sparte ist das operativ stärkste Geschäft. Im vergangenen Quartal erzielte Sony in dem Segment einen operativen Gewinn von 60,6 Milliarden Yen – beinahe ein Drittel des operativen Konzerngewinns.

Wir ernten, was wir sähen

Es läuft gut für Sony. Die Kostenoptimierungen und Neuinvestitionen machen sich bemerkbar. Der Konzern erntet jetzt die Früchte in Form steigender Gewinne und Umsätze. Zukunftstrends wie Gaming, Virtual Reality und Computer Vision sorgen für weitere Kursfantasie. Anleger bleiben bei diesem Blue Chip dabei.

Teile dieses Artikels erschienen bereits in DER AKTIONÄR Ausgabe 05/18. Zur kompletten Ausgabe geht es hier.