Sonntag, 22.07.2018: Was Sie heute wissen müssen

Ecuador will WikiLeaks-Gründer Julian Assange das Asyl entziehen. Gewalttäter nimmt nach Schüssen auf seine Großmutter und Freundin Geiseln in einem US-Bio-Aldi, eine Frau stirbt. Und Steve Bannon gründet rechte Stiftung, um die EU aufzumischen – das sind die wichtigsten Nachrichten des Tages.

Julian Assange droht die Auslieferung. (Bild-Copyright: Frank Augstein/AP Photo)

Escuador will Assange das Asyl entziehen

Ecuador könnte laut einem Medienbericht WikiLeaks-Gründer Julian Assange der Londoner Botschaft des Landes verweisen und ihn den britischen Behörden übergeben. Präsident Lenín Moreno wolle demnach eine Vereinbarung mit Großbritannien aushandeln und Assange das Asyl entziehen, berichtete der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald am Samstag auf dem Portal “The Intercept”. Seit sechs Jahren lebt Assange nun schon in der ecuadorianischen Botschaft. Er war dorthin geflüchtet, um einer Festnahme und Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Zwar stellte die schwedische Justiz im Mai vergangenen Jahres die Ermittlungen ein, die britischen Behörden wollen Assange beim Verlassen der Botschaft aber trotzdem festnehmen. Durch seine Flucht in die Landesvertretung habe er das Gesetz verletzt.

Gewalttäter nimmt Geiseln im Bio-Aldi in Los Angeles – eine Tote

Eine Tote bei Geiselnahme in Los Angeles. (Bild-Copyright: Christian Dunlop via AP)

Blutiger Gewalttat in Los Angeles: Ein Mann schoss zuerst auf seine Großmutter und seine Freundin. Danach lieferte er sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei durch L.A. Das Fluchtauto kam allerdings nicht weit. Der Täter krachte gegen einen Laternenpfahl im Stadtviertel Silver Lake. Wie CNN berichtet, schoss er zweimal auf die Beamten und rannten mit seiner Waffe in einen US-Biosupermarkt, der zum deutschen Aldi-Imperium gehört. Am Eingang erschoss er eine junge Frau, die ihren schweren Verletzungen erlag, so die Sanitäter. Nach drei Stunden ergab sich der Gewalttäter. Nun ermittelt das Los Angeles Police Department.

Steve Bannon gründet rechte Stiftung

Steve Bannon will EU aufmischen. (Bild-Copyright: AP Photo)

Der frühere Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, will mit einer neuen Stiftung die EU-Wahl im kommenden Jahr beeinflussen. Die Organisation, die den Namen “Die Bewegung” trägt, werde ihren Hauptsitz in Brüssel haben und europäische Rechtspopulisten unterstützen, schreibt das US-Portal “The Daily Beast” unter Berufung auf Bannon. Konkret soll die geplante Stiftung Rechtspopulisten in der EU in Form von Umfragen, Analysen und Beratung unterstützen. Vor der Europawahl werden zehn Mitarbeiter eingestellt, heißt es. Bannon rechnet bei der Wahl mit einem Sieg der Rechtspopulisten. “Rechtsstehender populistischer Nationalismus wird geschehen. Er wird regieren”, wird Bannon von der Webseite zitiert. Dank der rechtspopulistischen Bewegungen werde es in Europa “individuelle Nationalstaaten mit ihren eigenen Identitäten, ihren eigenen Grenzen” geben.