Sonderzug mit Tempo 300

Triebfahrzeug eines ICE-Sprinters

Eine neue Ära soll bei der Deutschen Bahn mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember beginnen. Mit der Inbetriebnahme der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und München soll sich dann die Fahrzeit zwischen den beiden Metropolen von sechs auf weniger als vier Stunden verkürzen. Am Mittwoch werden der für den Personenverkehr zuständige DB-Vorstand Berthold Huber und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) an der Premierenfahrt auf der Teilstrecke von Bamberg nach Erfurt teilnehmen. Dann soll der ICE-3-Sonderzug zum ersten Mal mit 300 Stundenkilometern über die neue Strecke rasen.

Rund 17 Millionen Menschen profitieren nach Angaben der Deutschen Bahn unmittelbar von der neuen Verbindung, die das deutsche Hochgeschwindigkeitsnetz vervollständigt. Die Fertigstellung des "Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8" sei die größte Angebotsverbesserung für die Kunden in der Geschichte der Deutschen Bahn, heißt es beim Unternehmen.

Bis zu zwei Stunden schneller als heute sollen Reisende ab Dezember zwischen Berlin und Bayern unterwegs sein, verspricht die Deutsche Bahn. Die beiden Metropolen Berlin und München werden mit den neuen Sprinter-Zügen in weniger als vier Stunden miteinander verbunden, Berlin und Nürnberg in unter drei Stunden. Damit sei die neue Strecke "eine konkurrenzlose Alternative zu Straße und Flugzeug".

Dabei setzt die Bahn besonders auf Geschäftsreisende: Die Sprinter sollen ab dem 10. Dezember jeweils gegen 6.00 Uhr, 12.00 Uhr und 18.00 Uhr in Berlin oder München abfahren. Auch die stündlich verkehrenden Takt-Züge werden zwischen beiden Metropolen rund 90 Minuten schneller sein als heute.

Außerdem soll es deutlich mehr Direktverbindungen als heute zwischen einzelnen Städten geben - so zum Beispiel zwischen Berlin und Frankfurt am Main, zwischen Erfurt und Berlin sowie zwischen Erfurt und Hamburg. Hinzu kommt eine neue Direktverbindung: Von Leipzig aus kommen Reisende künftig zweistündlich ohne Umsteigen nach Mannheim, Stuttgart oder Ulm.

Auch Städte wie Magdeburg oder Dresden, die nicht unmittelbar an der neuen Schnellfahrstrecke liegen, sollen durch kurze Umstiegszeiten in Halle, Leipzig oder Erfurt von der neuen Verbindung profitieren. Hier soll sich die Fahrzeit um mindestens eine Stunde verringern.

Beim Bau der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke wurden nach Angaben der Bahn "ingenieurtechnische Meisterleistungen" vollbracht. Für 27 Tunnel mit einer Gesamtlänge von mehr als 63 Kilometern, 37 Talbrücken und 230 Kilometer Neubaustrecke mit einer festen Fahrbahn aus 156.000 Betonplatten wurden insgesamt vier Millionen Tonnen Beton verarbeitet.