Sonderermittler legt Bericht zu Berliner Anschlag vor

Eine Schneise der Verwüstung ist am 20. Dezember 2016 auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin zu sehen, nachdem der Attentäter Anis Amri mit einem Lastwagen über den Platz gerast war. Foto: Bernd von Jutrczenka

Der Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche ist heute erneut Thema im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Der vom Berliner Senat eingesetzte Sonderermittler Bruno Jost soll einen Zwischenbericht vorstellen.

Jost hatte bereits vor Monaten Unstimmigkeiten und Manipulationen in den Akten zum Attentäter Anis Amri entdeckt. In einem umfangreichen Bericht der Berliner Kriminalpolizei vom 1. November 2016 wurde Amri noch «gewerbsmäßiger Drogenhandel» vorgeworfen.

Im Januar, nach dem Anschlag, wurden dann der Umfang der Akte und die Schwere der Vorwürfe von einem Kriminalpolizisten nachträglich reduziert. Amri war da schon lange tot. Möglicherweise wollten Polizisten den früheren Verdacht gegen Amri nachträglich abschwächen, um Vorwürfen zu entgehen, die Polizei hätte den späteren Attentäter schon vor seiner Tat verhaften können.

Der Tunesier hatte am 19. Dezember einen Lastwagen entführt und den polnischen Fahrer erschossen. Dann steuerte er das Fahrzeug in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Zwölf Menschen starben, mehr als 60 wurden verletzt.