Sollte man wegen der Inflation weniger Bargeld halten? Warren Buffetts Rat könnte überraschen

Dollarnoten gehen den Abfluss herunter Geld verlieren Aktien mit Verlust verkaufen
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Wichtige Punkte

  • Viele Anleger/innen ziehen in Zeiten hoher Inflation in Erwägung, Bargeld in andere Vermögenswerte umzuschichten, um den Kaufkraftverlust zu minimieren.

  • Bargeld trägt zur finanziellen Stabilität bei und schützt die Investitionserträge, was schlechte Renditen ausgleichen kann.

Du siehst es in den Schlagzeilen und im Supermarkt: Die Preise für Lebensmittel, Benzin und andere Güter des täglichen Bedarfs steigen. Deine Bargeldbestände verlieren stark an Kaufkraft.

Unter diesen Umständen ist es nur natürlich, dass du darüber nachdenkst, dein Bargeld in andere Vermögenswerte umzuschichten. Diese anderen Vermögenswerte können Gold, Rohstoffe, Aktien und sogar Bitcoin sein, je nachdem, wie du es siehst. Aber ein legendärer Investor sagt dir vielleicht etwas ganz anderes.

Buffett über Bargeldreserven

Deine Bargeldreserven zu leeren, wenn die Inflation hoch ist, kann aus Sicht der Zahlen sinnvoll sein. Aber es kann sich auch als kontraproduktiv für deine Finanzen erweisen. Das ist ein Punkt, den der milliardenschwere Investor Warren Buffett kürzlich propagiert hat: Niedrige Bargeldreserven schaden deiner finanziellen Unabhängigkeit.

Buffett hat das Thema Bargeld im letzten Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway, dem Investmentkonglomerat, dem er vorsteht, angesprochen. Unter Verweis auf seine Vorliebe, mindestens 30 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und Bargeldäquivalenten bei Berkshire zu halten, sagte Buffett:

„Wir wollen, dass Ihr Unternehmen finanziell unangreifbar ist und niemals von der Freundlichkeit von Fremden (oder sogar von der von Freunden) abhängig ist.“

Investoren brauchen Bargeld

Buffetts Worte gelten für die persönlichen Finanzen ebenso wie für die Unternehmensfinanzierung. Wenn du über ausreichend Bargeld verfügst, bist du flexibel, um unerwartete Umstände zu meistern – ohne dir etwas von der Bank oder deiner Großtante Susie leihen zu müssen.

Zu den unerwarteten Umständen gehören der Verlust des Arbeitsplatzes, Autopannen, Probleme bei der Instandhaltung des Hauses und gesundheitliche Probleme. Und speziell für Investoren gibt es die zusätzliche Dynamik von fallenden Märkten, die es zu bewältigen gilt.

Wenn der Markt sinkt, kann es teurer sein, Geld von einem Anlagekonto abzuheben, als einen Kredit aufzunehmen. Du erhältst bei der Liquidation weniger Wert als du möchtest. Außerdem bleibt dir eine geringere Anzahl von Aktien, was bedeutet, dass du weniger Chancen hast, von einer eventuellen Erholung zu profitieren.

Deshalb brauchen Investoren Bargeld, unabhängig von der Inflation. In Notfällen schützt Bargeld die Rendite deiner Investitionen.

Wie viel Bargeld brauchst du?

Finanzexperten empfehlen, genug Bargeld zu haben, um drei bis sechs Monate der Lebenshaltungskosten zu decken. Du kannst diesen Richtwert mit einer schnellen Analyse deiner Einnahmen und Ausgaben verfeinern.

Fragen, die du berücksichtigen solltest, sind unter anderem:

  • Wie stabil ist dein Einkommen? Der Verlust des Arbeitsplatzes gehört zu den schwierigsten finanziellen Notlagen im Leben. Wenn du in einem gefragten Beruf arbeitest oder ein Einkommen außerhalb deines Jobs erzielst (z. B. durch Dividenden oder Mieteinnahmen), kannst du mit einem niedrigeren Kassenbestand auskommen. Wenn du ein unregelmäßiges Einkommen hast oder deine Jobaussichten unsicher sind, solltest du ein Guthaben von sechs Monaten oder mehr anstreben.

  • Wie lange kannst du von deinem Arbeitslosengeld leben?

  • Wenn du heute einen hohen Prozentsatz deines Einkommens ausgibst, wird das Arbeitslosengeld nicht annähernd ausreichen, um deinen Lebensstil zu erhalten. In diesem Fall ist ein hoher Kassenbestand gerechtfertigt.

  • Wie hoch sind deine Versicherungsselbstbehalte? Du brauchst mindestens so viel Geld, dass du den größten Selbstbehalt deiner Versicherung abdecken kannst.

  • Hast du Versicherungslücken? Du könntest z. B. in einem Überschwemmungsgebiet wohnen und keine Hochwasserversicherung haben. Wisse, wo deine Risiken liegen, und plane deinen Bargeldbestand entsprechend.

Bargeld als Versicherung

Buffett schätzt die Rolle, die Bargeld im Unternehmen spielt, auch wenn die Renditemessung nicht ganz so sinnvoll ist. Wenn du dieselbe Denkweise auf deine eigenen Finanzen anwendest, kannst du deine finanzielle Flexibilität verbessern und deine Investitionserträge schützen.

Wenn dich der Kaufkraftverlust stört, betrachte ihn als Versicherungsprämie, die dein höheres Vermögen vor einer unerwarteten Liquidation schützt.

Der Artikel Sollte man wegen der Inflation weniger Bargeld halten? Warren Buffetts Rat könnte überraschen ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Dieser Artikel wurde von Catherine Brock auf Englisch verfasst und am 11.06.2022 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. 

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Bitcoin. The Motley Fool empfiehlt die folgenden Optionen: Long Januar 2023 $200 Calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short Januar 2023 $200 Puts auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short Januar 2023 $265 Calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien). 

Motley Fool Deutschland 2022

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