Solidaritätskundgebung nach Tod von Reportern im Irak

In der südirakischen Stadt Basra haben mehrere hundert Demonstranten an einer Solidaritätskundgebung für zwei am Vorabend getötete Reporter teilgenommen. Ds Fernsehteam hatte wegen kritischer Berichterstattung über den Iran Drohungen erhalten

In der südirakischen Stadt Basra haben am Samstag mehrere hundert Demonstranten an einer Solidaritätskundgebung für zwei am Vorabend erschossene Reporter teilgenommen. Der Trauerzug galt dem 37-jährigen Korrespondenten des Fernsehsender Al-Dschila, Achmed Abdessamad, und seinem Kameramann, dem 26-jährigen Safaa Ghali. Die Demonstranten trugen Bilder der Getöteten, symbolische Särge und irakische Flaggen.

Abdessamad und Ghali waren am Freitagabend von Unbekannten erschossen worden. Die beiden Reporter berichteten in den vergangenen Monaten fortlaufend über die gegen die Regierung in Bagdad gerichteten Massenproteste, bei denen immer wieder auch Kritik an der Einmischung des Irans in irakische Angelegenheiten laut wurde. Die Journalistenorganisation JFO erklärte, Abdessamad habe vor zwei Wochen Video-Material vorgelegt, in dem Milizionäre wegen seiner Kritik am Iran Drohungen gegen ihn ausstießen.

Bei der Kundgebung am Samstag sagte einer der Teilnehmer, der Anschlag auf die Fernsehreporter sei ein Versuch, die Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen. Das TV-Team befand sich am Freitagabend in der Nähe einer Polizeiwache in Basra, als die Täter mit einem Allradwagen heranfuhren und auf sie schossen. Bei den Protesten der vergangenen Monate wurden im Irak mehr als 460 Menschen getötet.