Soldaten der Evakuierungsmission zurück in Deutschland

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Soldaten steigen aus den Transportflugzeugen der Bundeswehr auf dem niedersächsischen Stützpunkt Wunstorf.
Soldaten steigen aus den Transportflugzeugen der Bundeswehr auf dem niedersächsischen Stützpunkt Wunstorf.

Rückkehr aus Afghanistan: Die ersten Bundeswehrsoldaten sind von ihrer Evakuierungsmission in Afghanistan zurück in Deutschland. Bundespräsident Steinmeier dankte ihnen: «Unser Land ist stolz auf Sie»

Wunstorf (dpa) - Die ersten Soldaten der Bundeswehr sind von ihrer Evakuierungsmission in Afghanistan nach Deutschland zurückgekehrt. Auf dem Luftwaffenstützpunkt Wunstorf bei Hannover landeten kurz vor 20.00 Uhr drei Militärmaschinen.

Für den Rückflug der Soldaten nach Deutschland wurden ein Airbus A310 der Luftwaffe und zwei Militärtransporter A400M eingesetzt. An Bord eines Flugzeugs war nach Militärangaben auch Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den nach Deutschland zurückgekehrten Soldaten gedankt. «Auf die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ist Verlass! Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen. Unser Land ist stolz auf Sie», schrieb Steinmeier auf seinen Social-Media-Kanälen.

«Mutiger Einsatz in einer gefährlichen Mission»

Es habe sich um einen «mutigen Einsatz in einer sehr gefährlichen Mission» gehandelt, wie nicht zuletzt der brutale Anschlag am Flughafen Kabul vom Donnerstag gezeigt habe. «Gemeinsam mit unseren Verbündeten haben Sie tausende Menschen aus Afghanistan in Sicherheit gebracht», schrieb Steinmeier weiter. Zuvor waren auf dem Luftwaffenstützpunkt Wunstorf bei Hannover drei Militärmaschinen mit Soldaten gelandet, die in Kabul eingesetzt gewesen waren.

Auch der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer, dankte den Soldaten der Evakuierungsmission für ihren schwierigen Einsatz in Afghanistan. «Der heutige Tag ist angesichts der dramatischen Lage in Afghanistan kein Grund zum Feiern. Aber, es ist ein Tag zur Würdigung der erfolgreichen Evakuierung von mehr als 5000 Menschen, ein Tag zur Würdigung Ihres extrem intensiven Einsatzes über nahezu zwei Wochen», sagte Pfeffer am Freitagabend auf dem niedersächsischen Fliegerhorst Wunstorf vor den mit Waffen angetretenen Einsatzkräften, die in drei Maschinen gelandet waren.

«Gleichzeitig ist es äußerst schmerzhaft zu wissen, dass es uns in der begrenzten Zeit nicht gelungen ist und auch nicht gelingen konnte, alle zu evakuieren, die mit oder für Deutschland in Afghanistan gearbeitet haben», sagte Pfeffer. «Trotzdem ist es ein Tag der Freude über die Rückkehr unserer Truppen aus Kabul. Doch diese Freude wird auch massiv getrübt durch die niederträchtigen Anschläge auf den Flughafen in Kabul des gestrigen Tages.»

Pfeffer würdigte den Einsatz der Soldatinnen und Soldaten, darunter Fallschirmjäger aus Seedorf (Niedersachsen), das Kommando Spezialkräfte (KSK) aus Calw (Baden-Württemberg), Hubschrauberteams der Spezialkräfte der Luftwaffe aus Laupheim (Baden-Württemberg) sowie Militärpolizisten aus Berlin, Hilden und München sowie Soldaten aus anderen Standorten.

Soldaten waren in Taschkent gestartet

Die Einsatzkräfte waren in Taschkent gestartet, der Hauptstadt von Usbekistan. Dort hatte die Bundeswehr ein Drehkreuz eingerichtet, um in kurzen Shuttleflügen Deutsche und bedrohte Afghanen aus Kabul auszufliegen. Nach Bundeswehrangaben waren an der Evakuierungsmission 454 Einsatzkräfte beteiligt, darunter 19 Soldatinnen. Ein Teil der Einsatzkräfte und des Materials war am Freitagabend noch in Taschkent.

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