„Auf solche Spielchen wollte ich mich nicht einlassen“ — FDP-Politiker rechnet mit Christian Lindner ab

Felix Rentzsch
FDP Buch_kleiner


Wenn sich die Wege politischer Weggefährten trennen, dauert es oft nicht lange, bis sich einer der Beteiligten mit Insiderwissen an die Öffentlichkeit wendet. Genauso verhält es sich auch in der Beziehung von Gerhard Papke und Christian Lindner: Der langjährige FDP-Politiker Papke war bis vor wenigen Wochen Vizepräsident im nordrhein-westfälischen Landtag – nun hat er ein Buch veröffentlicht, in dem er seine Entfremdung vom derzeitigen FDP-Chef beschreibt. 

Dabei waren die beiden Männer einmal dicke Freunde, wie es in der Ankündigung des Verlages heißt. Mehr noch: Der 56-jährige Papke war demnach „Vertrauter und Förderer von Christian Lindner“. Auch auf dem Buchcover sieht man die beiden Männer Seite an Seite einen Gang entlangschreiten. Kennengelernt haben sich die Politiker bereits 1998. Papke arbeitete damals als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der FDP-nahen Theodor-Heuss-Akademie, Lindner war zu dem Zeitpunkt Zivildienstleistender in der Bildungseinrichtung. In seinem Buch beschreibt der promovierte Politikwissenschaftler den damals 19-jährigen Lindner wie folgt:

„Wenn der neue ‚Zivi‘ morgens mit Schwung seinen Porsche auf den Parkplatz manövrierte und mit flotten Sprüchen seine verspätete Ankunft begründete, geriet die heile oberbergische Welt unseres Verwaltungsleiters zwangsläufig an ihre Grenzen. Mehr und mehr auch darüber hinaus. Zumal die anderen ‚Zivis‘ natürlich argwöhnisch beobachteten, ob man denn auch als Porschefahrer zu ganz profanen Dienstpflichten wie Rasenmähen herangezogen wurde. Aus meiner Beobachtung empfand der junge Lindner derartige Beschäftigungen geradezu als Höllenqualen, als eine Art permanente Majestätsbeleidigung.“ 

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