Sohn und Tochter von François Fillon entgehen Ermittlungsverfahren in Frankreich

In der Scheinbeschäftigungsaffäre um den gescheiterten französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon sind zwei seiner Kinder einem Ermittlungsverfahren vorerst entgangen

In der Scheinbeschäftigungsaffäre um den gescheiterten französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon sind zwei seiner Kinder einem Ermittlungsverfahren vorerst entgangen. Die Untersuchungsrichter sehen bislang keinen hinreichenden Tatverdacht, um Marie und Charles Fillon formell zu beschuldigen, wie am Dienstagabend aus informierten Kreisen verlautete. Die beiden wurden zu Zeugen mit Rechtsbeistand erklärt. In Frankreich ist das ein Zwischenstatuts zwischen einem Zeugen und einem Beschuldigten.

Die Scheinbeschäftigungsaffäre um den damaligen konservativen Präsidentschaftsfavoriten war im Januar ins Rollen gekommen. Fillon hatte als Abgeordneter seine Ehefrau Penelope jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin bezahlt, obwohl sie möglicherweise gar nicht für ihn arbeitete. Außerdem beschäftigte er als Senator zwei seiner Kinder, Marie und Charles. Auch in diesem Fall wurden Zweifel an der tatsächlich geleisteten Arbeit laut.

Fillon, der formell der Veruntreuung von Staatsgeldern beschuldigt wurde, hat die Scheinbeschäftigungsvorwürfe stets bestritten. Die Affäre schadete seinem Ansehen aber massiv. Bei der Präsidentschaftswahl schied er schon in der ersten Runde im April aus - eine herbe Schlappe für die Konservativen, die sich lange Zeit als sichere Sieger gesehen hatten.