Software-Start-up Pipedrive nimmt 50 Millionen Euro ein


Zufall ist es sicher nicht, dass dem internationalem Gründerteam von Pipedrive eine der größeren Finanzierungsrunden in Europa gelungen ist. Das 2010 gegründete Start-up für cloudbasierte Vertriebssoftware holte erneut internationale Investoren an Bord, wie das Handelsblatt vorab erfuhr.

Wer bereits in der zweiten Finanzierungsrunde bekannte Investoren wie Atomico, Bessemer Venture Partner oder Rembrandt Venture gewonnen hat, tut sich auch leichter, weitere zu gewinnen. So ist es auch dem Gründerteam um Timo Rein ergangen. Vor sieben Jahren gründete der Este Pipedrive mit weiteren vier Partnern.

Die cloudbasierte Software für Vertriebsprofis und Kundenbindungsmanagement, CRM genannt, ist nach eigenen Angaben bereits mit 75.000 Kunden in 170 Ländern präsent. Nun erhalten die Gründer erneut 50 Millionen US-Dollar Wagniskapital und konnten in dieser dritten Finanzierungsrunde Insight Venture Partners hinzu gewinnen.


Pipedrive verschafft Vertriebsmitarbeitern eine Übersicht über ihre Aktivitäten und deren Chefs volle Kontrolle. Damit das aber funktioniert, müssen die Vertriebsleute selbst wie bei anderen CRM-Programmen (Customer Relationship Management) auch, zunächst sehr viele Daten eintippen. Ist das erst einmal erledigt, können sie allerdings nicht nur sehr selbstständig damit arbeiten, sondern diese CRM-Software auch mit anderen cloudbasierten Lösungen vernetzen. Experten von Gartner schätzen, dass der Markt für CRM-Systeme bereits heute bei rund 40 Milliarden Dollar liegt.

Als Zielgruppe stehen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen im Fokus. Denn mit 12 bis 15 Euro pro Monat und Benutzer sind die Kosten überschaubar, findet auch Manuel Liewald vom Servicedienstleister Sammer AG. „Die Microsoft-Lösung, die wir vorher hatten, kostete 50.000 Euro, und bei jedem Problem mussten wir jemanden von Microsoft kommen lassen“, sagt Liewald. Er schätzt es, dass man auf einen Blick sehen kann, wie weit die Vertriebsmitarbeiter bei jedem einzelnen Kunden sind.

Während die Gründer aus Estland und die Geldgeber aus den USA kommen, steht das Rechenzentrum in Frankfurt. Es sei für die Kunden schneller und alles DSGVO-konform, heißt es bei Pipedrive.