Softbank will Anteil an US-Telekommunikationsanbieter Sprint erhöhen

Nach dem Abbruch der Fusionsgespräche zwischen der Telekom-Tochter T-Mobile USA und dem Konkurrenten Sprint will der japanische Telekommunikationsriese Softbank seinen Anteil an dem US-Anbieter leicht erhöhen

Nach dem Abbruch der Fusionsgespräche zwischen der Telekom-Tochter T-Mobile USA und dem Konkurrenten Sprint will der japanische Telekommunikationsriese Softbank seinen Anteil an dem US-Anbieter leicht erhöhen. Softbank hielt Ende März 83 Prozent der Anteile an Sprint und teilte am Montag bei Vorlage der Quartalszahlen mit, diesen Anteil vergrößern zu wollen. Die Schwelle von 85 Prozent wolle Softbank aber nicht überschreiten.

Der Kurs von Softbank an der Börse in Tokio sackte am Montag um knapp 2,6 Prozent ab. Der japanische Konzern und die Deutsche Telekom hatten am Samstag mitgeteilt, dass die Fusionsgespräche ihrer US-Mobilfunkanbieter, Sprint und T-Mobile US, beendet wurden.

T-Mobile US ist der drittgrößte Mobilfunkanbieter in den USA, Marktführer sind Verizon Wireless und AT&T, Sprint belegt Rang vier. Eine Fusion hätte den US-Mobilfunkmarkt auf den Kopf gestellt: Zusammen hätten T-Mobile US und Sprint 131 Millionen Kunden gehabt und mit AT&T gleichziehen können.

Sprint hat bereits einen neuen Partner gefunden: Am Sonntag vereinbarte das US-Unternehmen eine Zusammenarbeit mit dem französischen Telekommunikations- und Medienkonzern Altice. Die US-Tochter Altice USA werde künftig das Netz von Sprint nutzen, um ihren Kunden künftig auch Mobilfunkangebote machen zu können, teilte der Konzern mit. Altice ist in den Vereinigten Staaten der viertgrößte Kabelanbieter; Altice-Chef Patrick Drahi will die Vereinigten Staaten zu seinem größten Markt machen. Erst in der vergangenen Woche startete Altice USA den Verkauf einer Box, die dem Kunden schnellen Internetzugang, Fernsehen und einen Festnetzanschluss bietet - in den USA ist das neu.

Sprint werde profitieren, weil "Inhalte und Konnektivität" - also die Fähigkeit, Verbindungen herzustellen - immer stärker zusammenwüchsen, erklärte Sprint-Chef Mercelo Claure. Die Zusammenarbeit mit Altice sei ein Modell für die Zukunft.