Lustig oder fies? Immer mehr Hundebesitzer ärgern ihre Vierbeiner mit Chipstüten

Haustierbesitzer können es sich manchmal einfach nicht verkneifen, Bruno, Maunzi & Co. zu ärgern und die lustigen Reaktionen festzuhalten. Ein berühmtes Beispiel sind die Videos, in denen Katzen von ihren Besitzern mit Gurken erschreckt wurden. Jetzt sind die Hunde dran – bei den So-reagieren-Hunde-auf-Chipstüten-Posts, von denen es derzeit mehr als genug im Netz gibt. Doch was sagen eigentlich Experten zu diesem Spaß?

Wenn Herrchen oder Frauchen eine Chipstüte aufreißt, ist der Vierbeiner sofort zur Stelle. (Symbolbild: Getty Images)

Wer ein Tier zu Hause hat, weiß: Leckerlis sind das Highlight des Tages. Egal ob Katze oder Hund, sobald der Mensch “zu Tisch” bittet, gibt es kein Halten mehr. Nicht selten reagieren die Vierbeiner dabei auch auf die Geräusche, die das geliebte Essenfassen mit sich bringt. Das Öffnen einer Dose zum Beispiel. Oder auch das Rascheln einer Futtertüte. Und genau dieser Reflex inspiriert nun viele Hundebesitzer dazu, ihren Lieblingen mit dem Öffnen von Chipstüten auf die Nerven zu gehen und die Reaktionen darauf zu filmen.

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Chipstüten für den Futter-Sound

Ausgelöst hat den fragwürdigen Trend der Twitter-Kanal @aussiesdointhngs. Denn der Betreiber fand heraus, dass Hunde beim Öffnen einer Chipstüte genauso reagieren, wie sie es tun würden. wenn sie etwas zu fressen bekämen:

Der Tweet wurde über 80.000 Mal geteilt. Daraufhin posteten andere Hundebesitzer Videos von den Reaktionen ihrer Vierbeiner auf die magische Chipstüte:

Die Intuition scheint bei allen Hunden die gleiche zu sein. Sobald es raschelt, denkt der Vierbeiner: Futter - wo?

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Was sagt ein Hundetrainer zu den Hunde-Chipstüten-Videos?

Solche Haustier-Video-Trends sind natürlich auch immer mit Vorsicht zu genießen. Im Fall der Katzen, die sich vor Gurken erschrecken, die hinter ihnen platziert werden, sah das zwar für die Besitzer ganz lustig aus, aber für das Tier war der Trick nichts anderes als Psychoterror am Futternapf. Da die Katzen meistens beim Fressen waren, glaubten sie sich völlig in Sicherheit und beobachteten ihre Umgebung nicht. Eine Gurke ähnelt von ihrem Umriss her aber einem anderen Tier: einer Schlange. Die Katze erschrickt also deshalb, weil sie denkt, es würde sich ein Feind von hinten nähern. Wird der Trick öfter wiederholt, trauen sich die Tiere irgendwann gar nicht mehr an ihren Futternapf.

Die Chipstüten sind jetzt auf den ersten Blick harmlos, da man dem Vierbeiner ja keine Angst macht. Oder hat es doch unbekannte Folgen für den Hund? Yahoo Style hat bei einer Expertin nachgefragt:

“Solange der Hund auf Geräusche nicht empfindlich reagiert, kann ich keine negativen Auswirkungen erkennen“, meint Jessica Tutschner von hundi-training.de, zertifizierte Hundeerzieherin und Verhaltensberaterin IHK/BHV. “Auf den Twitter-Videos ist nicht eindeutig zu sehen, ob die Tiere auf ein Futtersignal reagieren oder einfach aus Neugier. Der erste Hund von @aussiesdointhngs zeigt aber eindeutig, dass er gestresst ist. Anders sieht es aus, wenn die Tiere mit Chips gefüttert wurden. Dann sind sie entsprechend auf das Geräusch konditioniert und reagieren auch darauf. Gesund ist das dann natürlich nicht.“

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