So weit ist Schalke vor dem Zweitliga-Auftakt wirklich

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So weit ist Schalke vor dem Zweitliga-Auftakt wirklich
So weit ist Schalke vor dem Zweitliga-Auftakt wirklich
So weit ist Schalke vor dem Zweitliga-Auftakt wirklich

Schalke hat ein intensives Trainingslager hinter sich. Der Blick geht nun nach vorne. In nur zehn Tagen beginnt für den komplett neu formierten Bundesliga-Absteiger mit dem Kracher gegen den HSV die neue Zweitliga-Saison. Wie weit ist Schalke wirklich? Welche Spieler sind gesetzt? Wer soll noch kommen? Wer gehen? Und: Wer steht im Tor?

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SPORT1 gibt einen Überblick.

Wie ist die Stimmung?

Ausgesprochen gut! War die Stimmung in der Kabine in den letzten Jahren bisweilen verseucht, ist sie nun deutlich besser. Das bestätigen mehrere Spieler und Mitarbeiter SPORT1. Die Schalke-Bosse hatten sich bewusst dazu entschieden, für zwölf Tage ins Trainingslager nach Mittersill zu reisen. (Tabelle der 2. Bundesliga)

Die Mannschaft, die acht Neuzugänge bekommen hat, sollte in dieser langen Zeit noch enger zusammenrücken. Trainer Dimitrios Grammozis legte bei dieser Art "Kennenlern-Camp" Wert auf Teambuilding. An vielen Abenden wurde gegrillt, Karten gespielt und auch zusammen EM geschaut.

Wie fit ist die Mannschaft?

In der Abstiegssaison war die schlechte Physis der Mannschaft ein Knackpunkt. Ex-Darmstadt-Coach Grammozis weiß, dass es in der robusten 2. Liga auf eine enorm hohe Laufbereitschaft und einen großen Willen ankommt und nahm die Truppe deshalb im Nationalpark Hohe Tauern bei heißen Temperaturen von über 30 Grad richtig ran. (Spielplan und Ergebnisse der 2. Bundesliga)

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An einigen Tagen wurde sogar fünf (!) Stunden auf dem Platz geackert. Holland-Zugang Thomas Ouwejan (kam von AZ Alkmaar) sagte: "Das war definitiv mein härtestes Trainingslager."

Grammozis zeigte sich nach dem Trainingscamp zufrieden: "Die Jungs haben nicht gejammert, jeder hat voll mitgezogen."

Gibt es Verletzte?

Grammozis atmete durch: "Wir sind überwiegend verletzungsfrei geblieben!" Einzig Salif Sané verletzte sich erneut am Knie. Eine genaue Diagnose wurde noch nicht bekanntgegeben. Der Routinier, der eigentlich fest als Abwehrchef eingeplant war, fällt wohl länger aus. Unklar, ob Schalke überhaupt mit dem 30-Jährigen in die neue Saison gehen wird.

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Am Dienstag einigten sich in einem richtungsweisenden Gespräch Grammozis, Sportdirektor Rouven Schröder, dem S04-Teamarzt und Sané darauf, dass der Verteidiger "bis auf Weiteres individuell" trainiert. "Salif ist ein Top-Profi und ein super Spieler", sagte Schröder.

"Wir haben bei ihm leider die Thematik der beiden Knie. "Wir haben insgesamt drei ärztliche Meinungen reingeholt. Jetzt müssen wir ehrlich miteinander umgehen." Angreifer Benito Raman musste aus privaten Gründen vorzeitig aus dem Trainingslager abreisen und ist noch vom Trainingsbetrieb freigestellt.

Wie sieht die neue Hierarchie aus?

In den letzten Wochen hat sich eine klare Hierarchie innerhalb der Mannschaft gebildet. Neben Torwart-Routinier Ralf Fährmann sind die erfahrenen Zugänge Victor Pálsson (kam aus Darmstadt), Simon Terodde (HSV) und Danny Latza (Mainz) die Wortführer.

Der gebürtige Gelsenkirchener Latza wurde von Grammozis zum Kapitän ernannt. Sein Stellvertreter ist Pálsson. Außerdem im Mannschaftsrat ist neben den Kapitänen, Terodde und Fährmann auch Malick Thiaw. Das 19 Jahre alte Abwehr-Talent soll und will in der neuen Saison mehr Verantwortung übernehmen.

Wer steht im Tor?

Grammozis hat es zwar noch nicht offiziell verkündet, die Entscheidung steht nach SPORT1-Informationen aber: Fährmann wird als Nummer 1 in die Zweitliga-Saison gehen. Der 32 Jahre alte Ur-Schalker (seit 2003 mit Unterbrechungen) hat in der Vorbereitung überzeugt und in den beiden Gradmesser-Testspielen gegen Donezk und St. Petersburg (je 0:0) den Kasten sauber gehalten.

"Ralle hat läuferisch fast alles mitgemacht, wirkt mental fit und ist jetzt frischer, austrainierter und schneller", findet Grammozis. Und Schröder ergänzt: "Ralf hat eine herausragende Halbzeit gegen Zenit gespielt. Er kommuniziert viel und ist lautstark."

Fährmann steht im blau-weißen Kasten, aber was heißt das für U21-Europameister Markus Schubert? Der 23 Jahre alte Keeper, der in der vergangenen Saison an Eintracht Frankfurt verliehen war, verdient erstklassig und soll erneut woanders geparkt werden.

Am Montag gab es nach SPORT1-Informationen ein Gespräch zwischen Schröder und Schuberts Berater. "Wir haben drei Klasse-Torhüter", sagt Schröder. "Wir dürfen auf Schalke das Budget aber nicht außer Acht lassen." Der 36 Jahre alte Ersatz-Keeper Michael Langer wird demnach wohl als Nummer 2 ins Rennen gehen.

Welche Zugänge sind gesetzt?

Schalke befindet sich mitten in einem XXL-Umbruch. 20 Spieler haben den Verein seit dem Abstieg verlassen, acht Neue wurden geholt. Nahezu jede Position wurde von den Sport-Bossen Rouven Schröder und Peter Knäbel mit einem älteren und jüngeren Spieler besetzt.

Von den neuen Spielern sind Latza, Terodde, Ouwejan, Pálsson, Marcin Kaminski (kam von Stuttgart) und Marius Bülter (Union) gesetzt. Bülter und Terodde sollen im 3-5-2-System das neue Sturm-Duo bilden. Stürmer Marvin Pieringer (Würzburg) und Rechtsaußen Reinhold Ranftl (Linz) drängen in die Startelf.

Welche Spieler sollen noch kommen?

Das Handy von Rouven Schröder steht in diesen Tagen kaum still. Der Manager führt viele Gespräche. "Mein Wunsch ist, dass bis zum Start gegen den HSV noch etwas passiert", sagt er. "Wir wollen noch etwas machen und frühzeitig unsere Mannschaft zusammen haben, aber das muss dann auch mit einer Abgabe einhergehen."

Möglichst ein Innenverteidiger und ein zentraler Mittelfeldspieler sollen noch kommen. Aus Russland wurde indessen Jaro Mikhailov verpflichtet. Der 18 Jahre alte Spielmacher hatte im Trainingslager bereits eine Gastspiel-Genehmigung und wird nun für eine Saison von Zenit St. Petersburg ausgeliehen.

"Er hat ein kreatives Element in seinem Spiel, das uns weiterbringen und unsere Leistungsstärke in der Breite bereichern wird", sagt Schröder über den neunten Neuzugang des Sommers.

Fakt ist aber auch: "Die Planungen gehen auf dieser Position aber ganz klar weiter."

Welche Spieler sollen noch gehen?

Mit Ozan Kabak will und muss Schalke Kasse machen. Der 21 Jahre alte Abwehrspieler, der für die Türkei bei der EM war, hätte eigentlich am Montag zum Team stoßen sollen. Schalke gab dem Top-Talent aber für diese Woche aber frei, damit dieser "seine persönliche Zukunft" klären kann.

Für Kabak, der in der Rückrunde der Abstiegssaison an den FC Liverpool verliehen war, wollen die Königsblauen nach SPORT1-Informationen rund 15 Millionen Euro haben. "Ozan hat einige Anfragen", sagt Schröder. "Jetzt muss er schauen, in welche Richtung es geht. Der Ball liegt beim Spieler, weil wir alle wissen, was wir wollen. Noch gibt es aber keine Einigung mit einem Verein."

Auch Amine Harit, Matija Nastasic und Omar Mascarell, die allesamt Erstliga-Gehälter haben, sollen noch gehen.

Wie geht’s jetzt weiter?

Nach drei Tagen Pause nehmen die Schalke-Stars am Dienstag wieder das Training auf. Am Freitag bestreitet das Grammozis-Team mit dem Match im Parkstadion gegen Vitesse Arnheim den letzten Härtetest vor dem Zweitliga-Start (18 Uhr). Sieben Tage später, am 23. Juli, beginnt dann mit dem Kracher gegen den HSV das neue S04-Kapitel.

Fazit: Schalke ist wenige Tage vor dem Zweitliga-Start schon recht weit. Viele Baustellen wurden geschlossen, das Team rückte in Österreich enger zusammen. Grammozis legte in der Vorbereitung den Grundstein für eine gute Fitness.

Aber: Sand im Getriebe gibt es vor allem noch im Spiel nach vorne. Die Mechanismen greifen noch nicht. Zudem braucht Schalke noch auf einigen Positionen Verstärkung. Zu einem endgültigen Aufstiegs-Team fehlt noch etwas. Bis zum 31. August – so lange ist das Transferfenster geöffnet – haben Schröder und Co. noch eine Menge Arbeit.

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