So war "Feminista, Baby" im Deutschen Theater

„Feminista, Baby“: Markwart Müller-Elmau, Bernd Moss, Jörg Pose und Jürgen Kuttner.

Die Verwandlung vom Mann zur Marilyn geht fix: Alles, was Bernd Moss, Jörg Pose und Markwart Müller-Elmau dafür brauchen, passt in kleine Einkaufsbeutel. Die packen sie auf der Bühne aus und dann: Hosen runter! Nach wenigen Minuten stehen da drei Marilyn-Monroe-Kopien mit (fast) allem Drum und Dran: In weißen Neckholder-Faltenkleidern, silbernen Pumps, mit blonden Perücken, ordentlich geschminkt, Schönheitsfleck inklusive.

Das ist verständlich, wer jemals Valerie Solanas radikales, böses, sexistisches, feministisches SCUM-Manifesto aus den 60er Jahren gelesen hat, hat keine ausgeprägte Lust mehr, Mann zu sein. Bekannt wurde Solanas auch dadurch, dass sie drei Schüsse auf Andy Warhol abfeuerte und ihn schwer verletzte. Bei Jürgen Kuttner und Tom Kühnel spielt das jedoch keine Rolle, sie konzentrieren sich in den Kammerspielen des Deutschen Theaters auf das Manifest selbst, in fast ausschließlich männlicher Besetzung.

Egozentrisch, triebgesteuert, reaktionslos

Der Mann sei eine biologische Katastrophe, heißt es da, mit seinem Y-Chromosom schon im Genstadium verkümmert und also nichts anderes als eine unvollständige Frau. Er sei egozentrisch, triebgesteuert, ein reaktionsloser Klotz. Auch an den angepassten, lieblichen "Daddy-Girls" lässt Solanas kein gutes Haar. So geht das seitenweise. Totale Abschaffung aller Männer ist Solanas' erklärtes Ziel, nur einen Typus lässt sich halbwegs durchgehen: "Der fortschrittlichste Mann ist der schwule Transvestit."

Ob der sich und den Frauen ein...

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