Die deutsche Wirtschaft giert nach Arbeitskräften

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist im September stark gestiegen

In Deutschland sind so viele Menschen wie nie seit der Wiedervereinigung erwerbstätig, doch die auf Hochtouren laufende Wirtschaft giert weiterhin nach Arbeitskräften. Der Index für die Arbeitskräftenachfrage der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) stieg im Juli gegenüber Juni um drei auf 238 Punkte, wie die Behörde am Montag mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat beträgt der Zuwachs sogar 21 Punkte.

Die größten Zuwächse bei der Arbeitskräftenachfrage gibt es demnach im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, in den qualifizierten Unternehmensdienstleistungen sowie im Baugewerbe. Auch die Unternehmen der Zeitarbeitsbranche haben weiterhin einen steigenden Personalbedarf.

Als Grund für die hohe Nachfrage nannte die Bundesagentur die stabile wirtschaftliche Lage sowie die seit längerer Zeit steigende Zahl der Beschäftigten. Dadurch nehme der fluktuationsbedingte Ersatzbedarf zu und es entstehe insgesamt mehr Bewegung auf dem Arbeitsmarkt, da mehr Menschen ihren Arbeitsplatz wechseln.

Aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung waren im Juni erneut so viele Menschen wie noch nie seit der Wiedervereinigung erwerbstätig, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden anhand vorläufiger Berechnungen mitteilte. Die Zahl erreichte 44,2 Millionen.

Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der Erwerbstätigen demnach um 657.000 oder 1,5 Prozent zu, im Vergleich zum Vormonat stieg sie um 84.000 oder 0,2 Prozent, wie die Statistiker mitteilten. Die Zunahme von Mai auf Juni war demnach höher als im Durchschnitt der letzten fünf Jahren (59.000).

Das Statistikamt zählt Erwerbstätige nach dem Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation. Die Bundesagentur für Arbeit berechnet seine Zahlen anders. Sie veröffentlicht die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt am Dienstag.