So viel verdienen Staats- und Regierungschefs


Wie viele Tage musste Bundeskanzlerin Angela Merkel für rund 3,65 Millionen Gehalt arbeiten? Welcher Regierungschef verdient am meisten, und wer belegt den letzten Platz und muss neidisch auf die vorderen Ränge schielen? Das hat nun der Finanzdienstleister Vexcash in einem internationalen Ranking ermittelt. Zu diesem Zweck wurden für 30 Länder die aktuellen Gehälter der Staats- und Regierungschefs erfasst und in Bezug zur Amtszeit gesetzt.

Der mit Abstand bestverdienende Politiker der Untersuchung ist Lee Hsien Loong, seines Zeichens Premierminister der Republik Singapur. Mit einem Jahresgehalt von umgerechnet rund 1,45 Millionen Euro und einer Amtszeit von 4.753 Tagen (13 Jahre, 5 Tage) verdiente der Regierungschef laut Vexcash bis heute etwa 18,83 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Jahresgehalt aller 30 Politiker lag bei 152.246 Euro.


Mit weitem Abstand und dennoch auf Platz zwei der Bestverdiener unter den Staats- und Regierungschefs liegt Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bei einem Jahresgehalt von 310.800 Euro verdiente die deutsche Politikerin bis dato rund 3,65 Millionen Euro an Gehalt. Mit ihrer bisherigen Amtszeit von 4.286 Tagen (11 Jahre, 268 Tage) liegt die Bundeskanzlerin, die seit dem 22.11.2005 ihr Amt innehat, allerdings nur auf dem vierten Platz.

Knapp zwei Millionen billiger für den russischen Steuerzahler und somit drittteuerster Politiker der Untersuchung ist Wladimir Putin. Unter Einbezug der beiden Amtszeiten zwischen den Jahren 2000 und 2008 kommt das russische Staatsoberhaupt mit einer Amtszeit von 4.955 Tagen (13 Jahre, 211 Tage) auf umgerechnet 1,71 Millionen Euro. Sein angegebenes Jahresgehalt liegt allerdings bei unterdurchschnittlichen 126.246 Euro.

Donald Trump kann, trotz seines milliardenschweren Imperiums, nur „Peanuts“ bei seinem Verdienst aufweisen. Dem US-Präsidenten stehen bei 209 Tagen Regierungszeit rund 196.000 Euro zu.

Auf den vierten Platz der teuersten Politiker befindet sich ein Gast aus Afrika. Mit rund 1,45 Millionen Euro Gehalt in 3.022 Tagen (8 Jahre, 100 Tage) ist Jacob Zuma, Staats- und Regierungschef Südafrikas, deutlich vor seiner afrikanischen Mitstreiterin Ellen Johnson Sirleaf. Letztere verdiente im Dienste Liberias in 4.231 Tagen Amtszeit (11 Jahre 213 Tage) nur 892.201 Euro.


Die geringsten Jahresgehälter


Das geringste Jahresgehalt erhält der Regierungschef Vietnams. Mit umgerechnet 6.492 Euro pro Jahr verdient der Politiker nur knapp vier Prozent des Durchschnittseinkommens von 152.246 Euro. Mit einem bisherigen Verdienst von 8.840 Euro in 497 Tagen Amtszeit belegt der Premierminister auch in der Kategorie Kosten den letzten Platz.


Nur unwesentlich mehr verdient der Regierungschef Kambodschas. Mit 9.192 Euro pro Jahr liegt Premierminister Hun Sen ebenfalls weit unter dem internationalen Durchschnitt. In der Kategorie Amtszeit belegt er allerdings den ersten Platz. Mit 6.835 Tagen Amtszeit (18 Jahre, 260 Tage) liegt er zumindest in dieser Kategorie weit über dem Durchschnitt aller 30 Politiker von 1.067 Tagen. In den über 18 Jahren seiner Amtszeit verdiente Hun Sen allerdings nur 172.130 Euro – knapp die Hälfte eines Jahresgehalts von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ähnlich wenig verdienten nur noch Petro Poroschenko in der Ukraine mit 11.640 Euro pro Jahr und der chinesische Regierungschef Xi Jingping. Letzterer verdiente mit einem Jahresgehalt von rund 17.560 Euro in vier Jahren und 156 Tagen Amtszeit 77.341 Euro.

Über die Studie

Für die Datengrundlage hat Vexcash die aktuellen Gehaltsauflistungen der Wage Indicator Foundation genutzt. Eventuelle Veränderungen der jeweiligen Diäten innerhalb der Amtszeiten wurden nicht berücksichtigt. Einen Liveticker der Gesamtkosten aller 30 Politiker sowie eine genaue Auflistung aller Ergebnisse der Untersuchung finden Sie unter diesem Link.



KONTEXT

Welche Management-Fehler fatal für Firmen sein können

Fehler eins

Frühwarnsignale, z.B. für Markt- oder technologische Veränderungen, werden nicht wahrgenommen oder sogar aktiv verdrängt.

Fehler zwei

Regulatorische und politische Einflüsse auf die künftige Unternehmensentwicklung werden systematisch unterschätzt.

Fehler drei

Markt- und Kundenveränderungen werden im Vorstand nicht (hinreichend) analysiert und diskutiert.

Fehler vier

Geschäftsmodelle werden nicht kritisch reflektiert.

Fehler fünf

Man hält zu lange an traditionellen (und bislang erfolgreichen) Vorgehensweisen fest.

Fehler sechs

Es mangelt an Mut, gegen die herrschende Meinung zu argumentieren.

Fehler sieben

Bei spürbaren Veränderungen wird zu zögerlich gehandelt, man ergeht sich in Aktionismus und Effekthascherei "auf der Bühne" ohne konkrete Maßnahmen.

Fehler acht

Es fehlt eine klar und überzeugend kommunizierte Veränderungsvision und Strategie.

Quelle

Umfrage unter Partnern von Roland Berger Strategy Partners. Zitiert in "Gute Führung" von Burkhard Schwenker und Mario Müller-Dofel. Erschienen 2012 bei BrunoMedia Verlag.

KONTEXT

10 Tipps für den perfekten Chef

Ein perfekter Chef macht Fehler

Jeder Mensch macht Fehler, denn Menschen sind nicht perfekt. Durch diese Eigenschaft werden Menschen überhaupt erst liebenswert. Wichtig ist jedoch, dass wir um unsere Fehler wissen und Wege finden, wie diese Fehler behoben werden können. Fehler, richtig verstanden, führen zu einer Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit und des Unternehmens.

... ist nicht perfekt

Es ist daher verwunderlich, warum immer noch so viele Chefs meinen, dass sie perfekt sind. Eine solch grobe Selbstüberschätzung führt letztlich zu Arroganz und einem Stillstand an Wachstum (sowohl persönlich als auch unternehmerisch).

... verbessert sich ständig

Darin liegt die Größe eines wirklich "perfekten" Chefs. Er verwendet die Kenntnis seiner Fehler für die persönliche Weiterentwicklung. Gute Führungspersönlichkeiten meinen nicht, "jemand zu sein", sondern verstehen sich als "jemand, der wird" und zwar jeden Tag ein wenig mehr.

... ist Menschenfreund

Eine wesentliche Eigenschaft von "perfekten" Chefs ist, dass sie Menschen mögen. Viele so genannte Führungskräfte mögen aber nicht einmal sich selbst, geschweige denn andere Menschen. Unter solchen Umständen wird Führung nur schwer möglich sein. Um exzellent zu sein, muss man das, was man tut, lieben. Und um exzellent zu führen, muss man Menschen lieben.

... ist Teamplayer

Der "perfekte" Chef sagt und meint "Wir!" und nicht "Ich!" Er ist ein Teamspieler. Im 21. Jahrhundert werden nur Teams gewinnen und nicht Einzelspieler. Die Mondlandung beispielsweise war auch nicht das Werk eines einzelnen Menschen, sondern das mehrerer tausend Ingenieure, auch wenn die visionäre Kraft eines Wernher von Brauns dahinter stand. Aber er hätte es niemals alleine geschafft.

... fordert Menschen

Der "perfekte" Chef fordert Menschen heraus. Er will Leistung erleben und regt Menschen an, sie zu erbringen. Dabei orientiert er sich nur ungern am Durchschnitt, sondern an Spitzenleistungen. Der "perfekte" Chef gibt sich nicht mit dem zweitbesten Ergebnis nicht zufrieden.

... ist fachlich selten der Beste

Von dem Gedanken, stets der Beste in allen Bereichen sein zu wollen, müssen sich Führungspersönlichkeiten trennen. Der "perfekte" Chef konzentriert sich auf seine Stärken und seine Hauptaufgaben.

... verkörpert Werte

Grundvoraussetzung eines "perfekten" Chefs sind gelebte Werte, die von allen Mitarbeitern als Führungsgrundsätze empfunden werden. Nur so entsteht das viel geforderte Vertrauen.

... ist wirksam

Letztlich geht es um das wesentliche: Der "perfekte" Chef be-wirkt, dass Menschen Ziele erreichen. Das Wesen guter Führung ist Wirksamkeit.

... ist offen für andere Wirklichkeiten

Meistens halten wir unsere Meinung für die Wahrheit, basierend auf der Wirklichkeit, wie wir sie empfinden. Häufig entspricht unsere Wirklichkeit jedoch nicht der Realität. Der "perfekte" Chef setzt sich auf den Stuhl des anderen. Wer durch die Augen anderer sieht, entdeckt eine Fülle von Wirklichkeiten.

Quelle: Perspektive Mittelstand

Perspektive Mittelstand