So viel mehr verdient Ihr Chef


Die Gehälter von Top- und Spitzenmanagern sorgen regelmäßig für populistische Schlagzeilen in den Medien. Der Alltag hingegen sieht ganz anders aus: Erfolgsdruck, Sachzwang und Fremdbestimmung. Chef und Chefin sein ist ein Knochenjob.

Wer sein Einkommenspotenzial voll ausschöpfen und sein Gehalt steigern will, muss herausfinden, welches Gehalt für ihn drin ist. Der neue Stepstone-Gehaltsreport, der am Dienstag veröffentlicht wurde und für den die Online-Jobplattform 50.000 Fach- und Führungskräfte befragt hat, bietet einen aktuellen und umfassenden Überblick. Er zeigt Gehälter aufgeteilt nach Berufsfeld, Region, Branche und Berufserfahrung – zu 30 Prozent waren bei der Befragung Chefs vertreten. Die Daten beziehen sich auf das durchschnittliche Bruttojahresgehalt inklusive Boni, Provisionen oder Prämien.

Ganz generell liegt das Durchschnittsgehalt von Fach- und Führungskräften in Deutschland bei rund 58.150 Euro brutto im Jahr. Die Berufsgruppen mit den höchsten Durchschnittsgehältern sind Ärzte (84.230 Euro), Banking-Spezialisten (70.890 Euro) sowie Ingenieure (66.960 Euro) und IT-Spezialisten (64.840 Euro).


Führungskräfte verdienen deutlich mehr (66.650 Euro) als Fachkräfte ohne Personalverantwortung (53.260 Euro). Dabei ist am meisten Gehalt drin, wenn ihnen mehr als 100 Mitarbeiter unterstellt sind: 82.401 Euro.

Auch ein Studium zahlt sich ein Leben lang aus: Fachkräfte mit akademischer Ausbildung bekommen deutlich höhere Gehälter (64.970 Euro) als Angestellte ohne Studienabschluss (50.100 Euro) – auch langjährige Berufserfahrung kann die durchschnittliche Gehaltskluft von rund 40 Prozent nicht mehr schließen.

Weitere Ergebnisse der detaillierten Gehaltsstudie

Branchenvergleich: Chemie liegt 20.500 Euro über der Kommunikationsbranche.

  • Das Spitzentrio der Branchen mit den höchsten Gehältern bilden die Pharmaindustrie (69.380 Euro), Banken (69.210 Euro) sowie die Autoindustrie (66.900 Euro).
  • Beschäftigte der Chemiebranche bekommen im Schnitt 20.500 Euro mehr Gehalt als Fachkräfte aus dem Bereich Agentur, Werbung, Marketing und PR (48.900 Euro).

Deutschlands Top-Verdiener leben in Hessen.

  • Im Vergleich der Bundesländer sichert sich Hessen wie schon in den vergangenen Jahren Rang eins (63.350 Euro). Auf den Plätzen zwei und drei liegen mit nur geringem Abstand voneinander Baden-Württemberg (62.100 Euro) und Bayern (61.700 Euro).
  • In Brandenburg (44.240 Euro), Sachsen-Anhalt (44.220 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (42.650 Euro) verdienen Fachkräfte im Schnitt am wenigsten.

Große Unternehmen zahlen überdurchschnittlich.

  • Das Gehalt von Fachkräften in großen Unternehmen (mehr als 1000 Mitarbeiter) liegt 15 Prozent über dem einer durchschnittlichen Fachkraft in Deutschland.
  • Im direkten Vergleich mit kleineren Unternehmen ist der Unterschied noch deutlicher: Wer bei einem Arbeitgeber mit mehr als tausend Mitarbeitern angestellt ist, verdient im Schnitt 32 Prozent mehr als Beschäftigte in Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern.


Studienfach und Abschluss bestimmen Gehaltsniveau.

  • Ein Abschluss in Medizin oder Zahnmedizin (79.700 Euro) oder Rechtswissenschaften (72.990 Euro) öffnet die Tür zu hohen Gehältern. Auch Absolventen der Ingenieurwissenschaften freuen sich über ein hohes Gehaltsniveau (69.300 Euro). Wirtschaftsingenieure liegen sogar noch darüber (70.230 Euro).
  • Promovierte Akademiker (76.170 Euro) verdienen im Schnitt 17.100 Euro mehr als Angestellte mit Universitätsdiplom oder Master (59.070 Euro).

Weniger gut sieht es für qualifizierte Menschen aus, die im Bereich der Pflege arbeiten. Sie rangieren am unteren Ende der Skala, auf der im Gehaltsreport die Einkommen nach Berufsgruppen aufgeschlüsselt sind.

  • Wer sich um Kranke kümmert, wird in Deutschland mit durchschnittlich 38.510 Euro bezahlt. Wenigstens stehen Akademiker mit 43.551 Euro besser da als Nicht-Akademiker (36.873 Euro).
  • Ein deutlicher Unterschied zeigt sich auch beim Blick auf das Geschlecht: Frauen verdienen in Pflege- und Therapieberufen durchschnittlich 37.047 Euro, Männer 42.476 Euro.
  • Wer gut verdienen will, sollte die Bereiche Anästhesie und Intensivpflege ansteuern: hier gibt es im Schnitt 42.387 Euro, gefolgt von der Gesundheits- und Krankenpflege (39.212 Euro) und der Altenpflege (37.640 Euro).

Der vollständige Gehaltsreport steht hier zum kostenlosen Download bereit.