So viel hat jeder Löwe in der neunten Staffel investiert

·Lesedauer: 17 Min.
Die Löwen: Carsten Maschmeyer, Dagmar Wöhrl, Nico Rosberg, Ralf Dümmel, Georg Kofler, Nils Glagau und Judith Williams (von links oben)
Die Löwen: Carsten Maschmeyer, Dagmar Wöhrl, Nico Rosberg, Ralf Dümmel, Georg Kofler, Nils Glagau und Judith Williams (von links oben)

Auch wenn nicht mehr ganz so viele einschalten wie noch vor einigen Jahren, „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) bleibt ein Publikumsmagnet. 2,43 Millionen Zuschauer verzeichnete die neunte, aktuellste Staffel der Gründershow laut dem Datenportal Statista in der Spitze. In den Vorjahren waren es teilweise noch mehr als drei Millionen Zuschauer.

Doch wie fällt die Bilanz der Sendung in diesem Jahr sonst aus? Gründerszene hat die neunte DHDL-Staffel ausgewertet. Wir zeigen, wieviele Startups mit einem Deal aus der Show gegangen sind und wie viele im Nachhinein tatsächlich ein Investment verbucht haben. Und wir analysieren, wie gut die einzelnen Löwen abgeschnitten haben.

Insgesamt traten 60 Startups in den zwölf Folgen der neunten DHDL-Staffel auf. 20 mehr als im vergangenen Jahr. Von den 60 Firmen bekamen 37 einen Deal von den Löwen, das entspricht rund 62 Prozent aller Pitches.

Corona lässt viele DHDL-Deals scheitern

Vielfach kritisiert wird an der Show, dass vereinbarte Deals im Nachhinein häufig nicht zustande kommen. Das war auch in der neunten Staffel nicht anders. Insgesamt platzten zwölf Deals, also rund 32 Prozent. Die Schuld lässt sich in vielen Fällen allerdings nicht mehr nur bei den Löwen suchen. Denn kurz nach Aufzeichnung der Staffel im Frühjahr 2020 kam es zum weltweiten Ausbruch der Corona-Pandemie. Darunter hatten auch zahlreiche DHDL-Startups zu leiden, wie die Gründerszene-Analyse zeigt. Von insgesamt elf geplatzten Deals gab es nach Firmenangaben mindestens fünf Absagen wegen Corona, etwa weil das Geschäft plötzlich einbrach.

Und wie haben die Löwen jeweils performt? In der neunten Staffel gab es nur zwei Juroren, die ohne geplatztes Investment auskamen. Dafür beteiligte sich jeder der insgesamt sieben Löwen an mindestens einem Startup. Wenig überraschend holte sich Ralf Dümmel dabei die Deal-Krone. Er ging satte 18 Beteiligungen ein. Sogar beim Investmentvolumen ließ er Carsten Maschmeyer hinter sich, der in der Vorgänger-Staffel mit 1,7 Millionen Euro noch das meiste Geld für Gründer locker gemacht hatte.

Rosberg und Kofler enttäuschen, Glagau glänzt

Auf ganzer Linie enttäuscht haben Nico Rosberg und Georg Kofler. Während Formel-1-Millionär Rosberg immerhin zwei Beteiligungen klar machte (Volumen: 130.000 Euro), ging TV-Unternehmer Kofler sogar ganz ohne erfolgreiche Beteiligung aus der Staffel. Auch DHDL-Legende Judith Williams zeigte sich mit 337.500 Euro zugesagtem Kapital wieder zurückhaltend. Sie ging nur drei Deals ein, einer platzte.

Ein Überraschungserfolg gelang dagegen Nils Glagau: Der Pharma-Unternehmer sagte insgesamt neun Deals im Wert von 953.000 Euro zu. Auch wenn einige der Investments später platzten – so investierfreudig war Glagau bislang noch nie. Auch Modeunternehmerin Dagmar Wöhrl legte mit fünf neuen Beteiligungen (625.500 Euro) einen guten Staffel-Auftritt hin.

Wir haben für jeden der sieben TV-Löwen Bilanz gezogen: Bei welchen Startups funktionierte die Zusammenarbeit zwischen Gründern und Investoren, wo scheiterte sie?

Nils Glagau

Investor Nils Glagau mit seiner Signature-Pose: dem überschlagenen Bein
Investor Nils Glagau mit seiner Signature-Pose: dem überschlagenen Bein

Mit seiner dritten Teilnahme als Juror gehört er inzwischen zum festen Repertoire der Sendung: Nils Glagau, Geschäftsführer des Nahrungsergänzungsmittel-Herstellers Orthomol. Er sagte mehr Investments zu als je zuvor. Allerdings konnte er dieses Mal vier seiner Deals nicht wie versprochen umsetzen.

Das versprach Glagau in der Show:

Der Familienunternehmer kündigte an, insgesamt rund 968.000 Euro in neun Startups zu investieren.

Diese Deals wurden tatsächlich umgesetzt:

  • Ein Investment von 100.000 Euro für 20 Prozent war Glagau das Startup Cops wert. Das Unternehmen überzeugte den Investor mit einem speziellen Kaffee-Schnaps für den Absacker in der Kneipe.

  • Gemeinsam mit Carsten Maschmeyer beteiligte sich Glagau an Ajuma. Das Startup entwickelt einen Sensor fürs Smartphone, das Menschen vor zu viel Sonneneinstrahlung warnen soll. Glagau investierte 55.000 Euro und bekam 12,5 Prozent der Anteile.

  • Den wohl ungewöhnlichsten Deal ging Glagau mit Evertree ein: Das Unternehmen entwickelt eine mit Erde und Samen gefüllte Urne. Daraus soll mit der Zeit ein Baum entstehen. 75.000 Euro für 33 Prozent der Anteile steuerte Glagau bei.

  • In die Hundeleine von Wowwow investierte Glagau anteilig 75.000 Euro. Dagmar Wöhrl gab die gleiche Summe dazu. Zusammen sicherten sich die Löwen so 30 Prozent am Unternehmen.

  • Ebenfalls ein Investment erhielt das Startup Easybeebox. Es produziert Bienenkästen, die jede und jeden zum Hobbyimker machen sollen. Glagau beteiligte sich mit 150.000 Euro für 25 Prozent der Anteile.

Diese Deals platzten:

  • Gleich in der ersten Folge sagte Glagau einen Deal für Compasstrainer zu. Das Unternehmen zeigte einen Sticker für Fußbälle, der Kindern beim Erlernen der richtigen Schusstechnik hilft. 150.000 Euro für 30 Prozent sagte Glagau zu. Vergeblich: „Nach der Sendung haben wir uns dazu entschieden, von einer gemeinsamen Beteiligung Abstand zu nehmen“, teilte der Investor später via Twitter mit.

  • MyEy-Gründer Chris Geiser hat einen rein pflanzlichen Ei-Ersatz fürs Kochen und Backen entwickelt. 22.000 Dosen verkauft er jedes Jahr – was auch Glagau von einem Investment überzeugte. 300.000 Euro wollte er investieren. Der Deal scheiterte später. Geiser habe „sich nicht auf Strukturänderungen seines Unternehmens fokussieren wollen“, sagte Glagau auf Nachfrage. Vielmehr habe Geiser vorerst andere, persönliche Ziele verfolgen wollen. Weitere Details nannten die Parteien nicht.

  • Gemeinsam mit Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl sagte Glagau eine Beteiligung am Fintech Greenbill zu. Das Unternehmen von Promi-Gründerin Giulia Siegel stellte in der Sendung eine App als Ersatz zum Papierbon vor. Insgesamt sollten 400.000 Euro für 18 Prozent fließen. Glagau hätte also sechs Prozent der Anteile für rund 133.000 Euro bekommen. Klappte aber nicht, weil der Chefentwickler des Fintechs nach der Sendung das Unternehmen verließ. Die Löwen zogen ihre Finanzierungszusage daraufhin zurück.

  • Ein Investment über 80.000 Euro für 25 Prozent der Firmenanteile sagte Glagau für Fitoaty zu, das eine Hafermahlzeit fürs Kühlregal präsentierte. Auf Nachfrage von Gründerszene teilte Gründerin Christina Schwarz mit, dass der Deal letztlich doch platzte. „Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen über die strategische Ausrichtung des Unternehmens“, so Schwarz.

Ergebnis der neunten Staffel:

Nils Glagau investierte 455.000 Euro. Das ist unterm Strich etwas weniger als in der vorigen achten Staffel (585.000 Euro).

Judith Williams

Judith Williams setzt bei ihren Beteiligungen auf die Branche, in der sie sich auskennt: die Kosmetikindustrie
Judith Williams setzt bei ihren Beteiligungen auf die Branche, in der sie sich auskennt: die Kosmetikindustrie

Seit nunmehr fast sieben Jahren ist die Beauty-Unternehmerin Judith Williams Teil der Show. So richtig Lust aufs Investieren hat sie aber offensichtlich nicht mehr. Wie in der Vorgänger-Staffel sagte Williams nur noch drei Deals zu, einer davon platze zudem. Damit gehört die Löwin abermals zu den Enttäuschungen dieser Staffel.

Das versprach Williams in der Show:

Die Jurorin sagte zu, 337.500 Euro in drei Startups zu stecken.

Diese Deals wurden tatsächlich umgesetzt:

  • Ein Investment in Höhe von 200.000 Euro für 25 Prozent der Anteile erhielt Seifenbrause. Mit den Tabs des Unternehmens lässt sich plastikfreie und vegane Handseife selbst mischen. Dazu bietet das Unternehmen eigene Seifenspender an. Für Beauty-Unternehmerin und Teleshopping-Expertin Williams ein willkommener Deal.

  • 100.000 Euro von Judith Williams erhielt zudem das Naturkosmetik-Startup Mellownoir, das im Gegenzug jedoch 35 Prozent der Anteile abgeben musste. Für seine Pflegelinie gewinnt das Startup Öl aus kalten, trockenen Kaffeeresten. Dieses soll die Haut straffen, Falten vorbeugen und für Feuchtigkeit sorgen.

Diese Deals platzten:

  • In der finalen Folge konnte sich Williams zusammen mit Carsten Maschmeyer für das Baumpflanz-Portal Click A Tree (auch B'nTree) begeistern. Das Unternehmen kooperiert mit verschiedenen Reisebuchungsportalen pflanzt für jede Buchung einen Baum. Das Investment in Höhe von 75.000 Euro wollte sich Williams mit Maschmeyer teilen, beide hätten im Gegenzug 25,1 Prozent der Anteile erhalten. Die Corona-Pandemie ließ die späteren Vertragsgespräche jedoch scheitern. „Nachdem die Reisebranche zum Stillstand gekommen ist, waren wir uns schnell einig, dass ein Investment keinen weiteren Sinn ergibt“, teilte Gründer und Geschäftsführer Chris Kaiser auf Anfrage mit.

Ergebnis der neunten Staffel:

Judith Williams investierte 300.000 Euro. Das sind immerhin 50.000 Euro mehr als in der vorangegangen Staffel. Auch ließ sie dieses Mal keinen ihrer versprochenen Deals platzen. Ein Novum für die Gelegenheitsinvestorin.

Georg Kofler

Dem Investor Georg Kofler gelang es in dieser Staffel nicht, die Herzen der Gründer für sich zu erwärmen.
Dem Investor Georg Kofler gelang es in dieser Staffel nicht, die Herzen der Gründer für sich zu erwärmen.

Geizte TV-Unternehmer Georg Kofler in der Vorgänger-Staffel mit nur einem Investment, bemühte er sich dieses Mal um deutlich mehr Beteiligungen. Dennoch konnte er unterm Strich wieder nur einen Deal klar machen – und der platzte später sogar noch. Man hat das Gefühl, dass Gründerinnen und Gründer in ihm keinen Sympathieträger sehen.

Das versprach Kofler in der Show:

Georg Kofler sagte ein Investment über 250.000 Euro für ein Startup zu.

Diese Deals wurden tatsächlich umgesetzt:

  • Keiner

Diese Deals platzten:

  • Nach zähen Verhandlungen in der Sendung bekam Kofler den Zuschlag für ein Investment in die Berliner DIY-Plattform The Makery. 250.000 Euro im Tausch für 21 Prozent der Anteile sollten fließen. Über die Website lassen sich mehr als 500 Workshops buchen, Kochtrainings und Fotosafaris zum Beispiel. Mit dem Deal wollte das Unternehmen eigentlich groß in Marketing investieren. Doch daraus wurde nichts. Laut Gründer Jasper Kolb wurde das Unternehmen von der Corona-Pandemie kalt erwischt. Zwischen ihm und Kofler stimmte wohl zudem die Chemie nicht. „Nach mehreren Gesprächsrunden in den folgenden Wochen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir nicht ideal füreinander gemacht sind“, so Kolb zu Gründerszene.

Ergebnis der neunten Staffel:

Georg Kofler investierte keinen einzigen Euro.

Dagmar Wöhrl

Mag Tiere und Co-Investments: Dagmar Wöhrl
Mag Tiere und Co-Investments: Dagmar Wöhrl

Immerhin fünf Deals sagte die Ex-Politikerin und Hotelbetreiberin in der neunten Staffel von DHDL zu. Zudem stieg sie außerhalb der Sendung noch in ein weiteres DHDL-Startup ein. Was auffällt: Wenn sie investiert, dann häufig zusammen mit mindestens einem weiteren Löwen.

Das versprach Wöhrl in der Show:

In der Sendung sagte Wöhrl zu, 625.500 Euro in fünf Startups zu investieren.

Diese Deals wurden tatsächlich umgesetzt:

  • Das 175.000 Euro teure Investment in Colorato teilte sich Wöhrl zur Hälfte mit Carsten Maschmeyer. Beide erhielten jeweils 12,5 Prozent der Anteile am Unternehmen. Colorato setzt auf Getränkedrucker, mit denen sich individuelle Schriftzüge oder Bilder auf Milch- oder Bierschaum übertragen lassen.

  • Immer wieder betont Wöhrl bei der „Höhle der Löwen“, wie viel ihr Tierschutz bedeute. Kein Wunder, dass sich die Investorin für das Produkt des Unternehmens Wowwow interessierte. Dieses stellte in der Show eine praktische Kombination aus Hundehalsband und -leine vor. Wöhrl investierte gemeinsam mit Nils Glagau, beide steuerten jeweils 75.000 Euro bei.

  • Einen Überraschungs-Deal fädelte Wöhrl nach der Show außerdem mit Evertree ein. Das Unternehmen stellte eine kompostierbare Urne mit Samen vor, aus dem über die Zeit ein Baum erwächst. Zunächst hatte nur Nils Glagau investiert. Wöhrl stieg später noch mit ein.

Diese Deals platzten:

  • Nicht geklappt hat es mit der Beteiligung am Food-Startup Kulero. Das hatte Wöhrl zuvor mit essbarem Besteck überzeugt. 200.000 Euro für zehn Prozent wollte sie investieren. Die monatelangen Gastroschließungen wegen Corona brachten die Pläne aber durcheinander. „Die Vorbereitung der Due Diligence hat große Kapazitäten in Anspruch genommen, die wir zu diesem Zeitpunkt nicht freimachen konnten“, sagte das Startup zu Gründerszene. Daher habe man beschlossen, den Deal wieder abzusagen.

  • Ndyefoods stellte in der Show westafrikanisch inspirierte Gewürzsaucen vor. Das traf den Geschmack von Dagmar Wöhrl, die 130.000 Euro zusagte. Das Geld floss jedoch nie. Sie habe ihr Angebot zurückgezogen, weil Ndeyefoods eine interne Prüfung nicht bestanden habe, erklärte Dagmar Wöhrl auf ihrer Instagram-Seite.

  • Weil der Technikchef von Greenbill das DHDL-Startup nach der Sendung verließ, zog auch Wöhrl ihre Investmentzusage zurück. Hier flossen also keine 133.000 Euro. Allerdings testet die Löwin die Technologie laut dem Unternehmen inzwischen in ihren Hotels.

Ergebnis der neunten Staffel:

Dagmar Wöhrl investierte nur 162.500 Euro. Damit bestätigt sie ihren Abwärtstrend beim investierten Kapital. In der achten Staffel waren es noch 200.000 Euro gewesen, in Staffel davor sogar 690.000 Euro.

Carsten Maschmeyer

Die Umsetzung der Deals von Carsten Maschmeyer klappte dieses Jahr weniger gut.
Die Umsetzung der Deals von Carsten Maschmeyer klappte dieses Jahr weniger gut.

Für Carsten Maschmeyer begann die TV-Aufzeichnung der neuen Staffel gleich mit einer Hiobsbotschaft: Hautkrebs. Dennoch setzte sich der Löwe nach kurzer Auszeit wieder in den Jurorensessel – und gab sich gewohnt investitionsfreudig. Acht Startups sagte er eine Beteiligung zu. Die Umsetzung der Deals klappte dieses Jahr jedoch weniger gut.

Das versprach Maschmeyer in der Show:

Insgesamt wurden rund 1,2 Millionen Euro verteilt auf acht Startups zugesagt. Im Vorjahr waren es noch 1,7 Millionen für neun Unternehmen gewesen. Auch hier also ein Abwärtstrend.

Diese Deals wurden tatsächlich umgesetzt:

  • Wach bleiben auf Basis von natürlichen Inhaltsstoffen: Dieses Versprechen gab Qinao und pries vor den Löwen ihr Nahrungsergänzungsmittel für Vielarbeitende an. Maschmeyer tat sich mit Ralf Dümmel zusammen, jeder investierte 150.000 Euro. Im Gegenzug gab es jeweils eine 12,5-Prozent-Beteiligung an dem Startup.

  • Wie Dagmar Wöhrl zeigte sich auch Maschmeyer von den Kaffeedruckern der Firma Colorato beeindruckt. Er steuerte anteilig 87.500 Euro bei und bekam 12,5 Prozent der Anteile.

  • Ajuma präsentierte in der Show einen tragbaren Sensor, der mit einer App auf dem Smartphone verbunden ist und fortlaufend die UV-Strahlung ist. Überschreitet diese einen Grenzwert, schlägt die App Alarm. Durch die Erfahrung mit seiner Hautkrebserkrankung fiel Maschmeyer das Investment leicht. Er investierte zusammen mit Nils Glagau anteilig 55.000 Euro und bekam 12,5 Prozent der Anteile.

Diese Deals platzten:

  • Die angeblich leichteste Computerspielmaus der Welt – eigentlich kein typisches Investment von Maschmeyer. Vom Milliardenmarkt E-Sports zeigte sich der Investor dennoch so angetan, dass er gemeinsam mit Ralf Dümmel bei Zaunkönig zusagte. Maschmeyers Anteil hätte bei 50.000 Euro für 12,5 Prozent der Anteile gelegen. Doch der Deal platzte. Maschmeyer zufolge scheiterte er unter anderem an technischen Mängeln der Maus. „Für viele Gamer ist das Scrollrad essentiell – ein Tool, das die Entwicklung von Patrick und Dominik nicht hatte“. Zwar hätten die beiden Gründer das Feature inzwischen berücksichtigt. „Da war es für uns aber schon zu spät.“

  • Werksta.tt zeigte in der Show eine App, mit der Bäckereien und Gastronomen Lebensmittelverschwendung reduzieren können. Dafür setzte das Unternehmen auf KI, was Tech-Investor Maschmeyer sichtlich begeisterte. Er sagte zu, 120.000 Euro für 20 Prozent zu investieren. Doch auch dieses Investment scheiterte. „Der Deal wurde kurz vor Beginn der Pandemie geschlossen. Leider hat es bei der coronabedingten Neuausrichtung dann unterschiedliche Einschätzungen gegeben. Deswegen sind wir nicht zusammengekommen“, so Maschmeyer.

  • Auch seine gemeinsam mit Nils Glagau und Dagmar Wöhrl versprochene Beteiligung am Fintech Greenbill konnte nicht realisiert werden. So flossen anteilig keine 133.000 Euro.

  • Ebenfalls aufgrund der Corona-Pandemie scheiterte das Investment in Lambus. Maschmeyer hatte dem Startup, das eine App für die Reiseplanung entwickelt, insgesamt 500.000 Euro für 18 Prozent der Anteile zugesagt. Da die Pandemie das Reisegeschäft jedoch zum Erliegen brachte, war die Vereinbarung hinfällig. „Der Plan war, große Teile des Investments in die Skalierung der Plattform zu stecken, was Corona-bedingt einfach nicht möglich war“, hieß es später vom Startup.

  • Auch das Investment in das Baumpflanz-Portal Click A Tree scheiterte aufgrund der Pandemie. Das Investment in Höhe von 75.000 Euro wollte sich Maschmeyer eigentlich mit Williams teilen. Beide stiegen später jedoch wieder aus.

Ergebnis der neunten Staffel:

Carsten Maschmeyer investierte 292.500 Euro.

Nico Rosberg

Investierte wieder nur zurückhaltend: Ex-Rennfahrer Nico Rosberg
Investierte wieder nur zurückhaltend: Ex-Rennfahrer Nico Rosberg

Für Ex-Rennfahrer Nico Rosberg war es die zweite Staffel als Investor bei DHDL. Im vergangenen Jahr zeigte sich Rosberg mit tatsächlich investierten 250.000 Euro noch zurückhaltend. Umso größer waren die Erwartungen für die neunte Staffel. Doch auch dieses Mal enttäuschte Rosberg auf ganzer Linie. Immerhin ließ er keinen seiner Deals platzen.

Das versprach Rosberg in der Show:

130.000 Euro wollte Rosberg in zwei Startups stecken.

Dieser Deal wurde tatsächlich umgesetzt:

  • Dem Food-Startup Benetofoods sagte er 80.000 Euro zu. Zuvor hatte das Unternehmen eine spezielle Pasta aus Insektenmehl präsentiert. Das passte offenbar gut ins Portfolio des Ex-Rennfahrers, der gerne die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit betont. Für das Investment musste Rosberg aber auch Zugeständnisse machen. Er sicherte sich zwar 15 Prozent der Firma, zunächst bekam er jedoch nur 7,5 Prozent. Die andere Hälfte der Beteiligung sollte er bekommen, wenn Rosberg es schafft, das Produkt in 10.000 Filialen zu bringen.

  • 100.000 Euro (je 50.000 Euro von Rosberg und Ralf Dümmel) für insgesamt 40 Prozent gab es für die Schlafmaske von Mysleepmask. Diese schirmt die Augen- und Ohrenpartie ab, was die Symptome von Migräne-Patienten lindern soll.

Dieser Deal platzte:

  • Keiner

Ergebnis der neunten Staffel:

Nico Rosberg investierte 130.000 Euro, und damit etwa halb so viel wie in der vorigen Staffel.

Ralf Dümmel

Gewohnt viele Deals gemacht: Ralf Dümmel
Gewohnt viele Deals gemacht: Ralf Dümmel

Mr. Regal und Mr. Zuverlässig: King of Kram Ralf Dümmel ist die Konstante schlechthin in der „Höhle der Löwen“. Kein anderer Juror macht so viele Deals und setzt diese später auch tatsächlich um. So auch dieses Mal.

Das versprach Dümmel in der Show:

1,72 Millionen Euro wollte Dümmel in 18 Unternehmen investieren. Kein anderer Löwe versprach mehr Deals.

Diese Deals wurden tatsächlich umgesetzt:

  • Das erste Dümmel-Investment der neunten Staffel ging an Bideo. Das Startup zeigte einen Toilettenpapier-Befeuchter, was natürlich prima ins Regal passt. Dümmel überwies 100.000 Euro für 30 Prozent.

  • Weiter ging es mit einem Einstieg beim Food-Unternehmen Back-O-Funny, das eine spezielle Backcreme für Hobbykonditoren vorstellte. Für 33.000 Euro sicherte sich Dümmel ein Drittel (33 Prozent) der Firma.

  • Auch bei der Wasserwaage von Flüwa erhielt Dümmel den Zuschlag. 60.000 Euro kostete das Investment. Der Löwe ist seitdem mit 30 Prozent an dem Unternehmen beteiligt.

  • Auf diesen Deal hätte Dümmel wohl besser verzichtet: 30.000 Euro für 20 Prozent investierte der Löwe in den Perioden-Handschuh der Firma Pinky. Doch nach Ausstrahlung der Show manövrierten sich Dümmel und die Gründer in einen tagelangen Shitstorm. Zehntausende warfen dem Unternehmen vor, mit dem Produkt das Thema Menstruation weiter zu stigmatisieren. Am Ende war der Druck so groß, dass das Unternehmen sein Produkt vom Markt nahm.

  • Besser kam da schon das Investment für Qinao an. Das Unternehmen zeigte ein Nahrungsergänzungsmittel, das Vielarbeiter wach halten soll. Dümmel tat sich mit Maschmeyer zusammen. Beide steuerten jeweils 150.000 Euro bei und erhielten 12,5 Prozent der Anteile.

  • Wie lässt sich ein Kasten Bier nach Hause tragen, ohne beide Hände benutzen zu müssen? Auf diese Frage lieferte Beerbag eine Antwort. Das Unternehmen umwarb die Löwen mit einer rucksackähnlichen Vorrichtung, mit der schwere Kästen bequem auf dem Rücken geschleppt werden können. Dümmel stieg mit 20.000 Euro für 30 Prozent ein.

  • 80.000 Euro für 25 Prozent der Unternehmensanteile gab Dümmel an das Food-Unternehmen Haselherz. Dies präsentierte in der Show eine vegane Nutella-Alternative bestehend aus reinen Haselnüssen.

  • Ein Pflanzentopf, der sich mit der Zeit von selbst kompostiert. Damit warb Pott Burri in der Show um ein Investment in Höhe von 150.000 Euro. Dümmel sagte zu, verlangte statt 20 aber 25 Prozent der Anteile.

  • Ein Investment von 40.000 Euro für 15 Prozent gab es für die Tapezierbürste von SmartQ.

  • Udo präsentierte den Löwen eine Mehrwegdeckel, der angeblich jede Tasse zuhause in einen To-Go-Becher verwandelt. Für 100.000 Euro gab das Unternehmen 33 Prozent seiner Anteile an Dümmel ab.

  • In der Badewanne liegt fast jeder gerne, richtig bequem wird aber erst mit einem Kissen im Nacken- und Rückenbereich. Eine wasserfeste Variante stellte das Unternehmen Badesofa vor – was Dümmel überzeugte. Er beteiligte sich mit 150.000 Euro an der Firma, erhielt im Gegenzug rund 33 Prozent der Unternehmensanteile.

  • 50.000 Euro für 20 Prozent steckte Dümmel außerdem in den Schlafmasken-Anbieter Mysleepmask. Nico Rosberg beteiligte sich zu gleichen Konditionen ebenfalls am Unternehmen.

  • 100.000 Euro für 30 Prozent sagte Dümmel den Erfindern der Winemaster Bottle zu. Die Idee: Angebrochener Wein wird in eine spezielle Glasflasche umgefüllt und der Flaschenboden nach oben gedrückt, sodass der Sauerstoff durch den Ventilverschluss entweichen kann. Das soll den Wein deutlich länger haltbar machen.

  • Auch ein Balsam für scheuernde Oberschenkel überzeugte Dümmel von einem Investment. Das Unternehmen Summersaver erhielt 250.000 Euro im Tausch für eine 20-Prozent-Beteiligung.

  • Ebenfalls einen Dümmel-Deal machte Hillifruits klar. Das Unternehmen produziert Trinkpürees aus erntefrischen Früchten. Für 25 Prozent der Anteile investierte Dümmel insgesamt 150.000 Euro.

  • „Sharp knife every day“, dafür steht der Name der Firma Sked. Es überzeugte Dümmel mit einem speziellen Messerschärfgerät. Dem Löwen war das Unternehmen ein Investment von 100.000 Euro wert. Im Gegenzug gab Sked rund 30 Prozent der Anteile ab.

  • Den vorerst letzten Dümmel-Deal konnte sich das Food-Unternehmen Mary's Coffee sichern. Es umwarb die Löwen mit kaltem Trinkkaffee im umweltfreundlichen Tetrapak. Hier beteiligte sich Dümmel abermals mit 100.000 Euro für 30 Prozent an dem Unternehmen.

Diese Deals platzten:

Ergebnis der neunten Staffel:

Ralf Dümmel investierte 1,67 Millionen Euro.