So verhindert man, dass man beim Älterwerden einen Bierbauch bekommt

Im Laufe des Alters steigt auch das Risiko, einen Bierbauch zu entwickeln. Dafür müsst ihr nicht einmal einen Tropfen Alkohol trinken.

Bier ist nicht das einzige Lebensmittel, das einen Bierbauch verursachen kann, aber es trägt sicherlich dazu bei. (Bild: Klaus Vedfelt/ Getty Images)
Bier ist nicht das einzige Lebensmittel, das einen Bierbauch verursachen kann, aber es trägt sicherlich dazu bei. (Bild: Klaus Vedfelt/ Getty Images)

Ob als Feierabendgetränk oder um mit Freunden anzustoßen: Bier ist eines der beliebtesten alkoholhaltigen Getränke – und das nicht nur während des Oktoberfests. Im Laufe der Zeit kann ein hoher Bierkonsum jedoch aufgrund der zusätzlichen Kalorien dazu führen, dass ihr einen sogenannten „Bierbauch“ bekommt.

Als Bierbauch wird ein hervorstehender runder Bauch oder eine Taille bezeichnet, die breiter als die Hüften ist. Zwar werden Bierbäuche häufig mit männlichen Körpern in Verbindung gebracht, jedoch sind auch Frauen nicht davor gefeit. Es ist „die weniger höfliche Art, um eine Zunahme des Bauchfetts zu beschreiben“, sagt John Angstadt vom US-amerikanischen Staten Island University Hospital. Ein Bierbauch kann tatsächlich auch gefährlich sein: Die Art von Fett, die er verursacht, ist oftmals mit ernsthaften Gesundheitsproblemen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.

Hier erfahrt ihr, warum ihr einen Bierbauch entwickeln könntet und wie ihr ihn loswerdet.

Welche Faktoren verursachen einen Bierbauch?

Ein typischer Bierbauch entstehe, wenn sich viszerales Fett im Bauch ansammele, sagt Megan Wroe, Ernährungsberaterin beim Providence St. Jude Wellness Center. Viszerales Fett entwickelt sich um die Organe im Körper herum und nicht direkt unter der Haut. „Wenn es sich ansammelt, drückt es die Bauchwand nach außen und erzeugt das, was wir ‚Bierbauch‘ nennen“, so Wroe.

Viszerales Fett setzt sich im Körper an, wenn ihr zu viele Kilokalorien konsumiert, sei es durch einen hohen Konsum von Bier oder Pizza oder Süßigkeiten. Tatsächlich könnt ihr daher auch einen Bierbauch entwickeln, ohne einen einzigen Tropfen Alkohol zu trinken.

Einfache Zucker und Kohlenhydrate – wie sie in fertigen Snacks, Desserts und Limonaden enthalten sind – tragen eher zu diesem viszeralen Bauchfett bei als nährstoffreiche Lebensmittel wie Obst oder Gemüse. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass erstere Lebensmittel zu einer Übergewichtszunahme beitragen, da sie den Blutzucker in die Höhe treiben und den Heißhunger ankurbeln können, was dazu führen könnte, dass ihr mehr Energie zu euch nehmt, als ihr täglich benötigt.

Bier ist voll von diesen einfachen Kohlenhydraten. In einem kleinen Bier mit 350 Millilitern sind bis zu 30 Gramm Kohlenhydrate und 100 bis 180 Kilokalorien enthalten. Je nachdem, wie viel ihr Bier ihr trinkt, kann sich das schnell summieren.

Ältere Menschen haben möglicherweise ein höheres Risiko für einen Bierbauch, da das Bauchfett aufgrund hormoneller und metabolischer Veränderungen mit steigendem Alter zunimmt. Jede Person, die sich ungesund ernähre, könne jedoch einen Bierbauch entwickeln, sagt Wroe.

Ist ein Bierbauch gefährlich?

Solltet ihr einen Bierbauch haben, kann das ein Hinweis darauf sein, dass ihr euch um eure Gesundheit kümmern solltet. „Obwohl es viele Scherze zu dem Thema ‚Bierbauch‘ gibt, kann dieser tatsächlich ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen“, so Angstadt. Oftmals ist er mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Demenz, Asthma, Brust-, Prostata- und Darmkrebs sowie anderen chronischen Gesundheitsproblemen verbunden.

Wie ihr euren Bierbauch loswerden könnt

Leider gibt es keine schnelle Lösung. Wenn ihr euren Bierbauch loswerden möchtet, solltet ihr eure Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten langfristig ändern. „Wenn ihr einen offensichtlichen Bierbauch habt, ist es an der Zeit, eure Ernährung und vielleicht auch eure Trinkgewohnheiten anzupassen“, empfiehlt Angstadt.

Diese Tipps können bei einem Bierbauch helfen:

1. Reduziert euren Alkoholkonsum

Wenn ihr viele Kalorien aus Bier oder anderen alkoholischen Getränken zu euch nehmt, solltet ihr weniger Alkohol trinken, sagt Wroe. Dabei geht es nicht nur um die Kalorien: Alkohol hat bestimmte Eigenschaften, die die Gewichtszunahme beschleunigen können, darunter folgende:

  • Alkohol verlangsamt den Fettstoffwechsel, da euer Körper stattdessen damit beschäftigt ist, Alkohol abzubauen.

  • Alkohol macht hungrig und verursacht Heißhungerattacken.

  • Alkohol veranlasst euch oftmals dazu, nach dem Trinken etwas Ungesundes zu essen.

Das heißt nicht, dass ihr komplett auf Alkohol verzichten müsst. Versucht zudem, kalorienreiche Getränke wie Bier und Cocktails gegen kalorienärmere Optionen zu tauschen, also etwa Weißweinschorle oder Gin and Tonic.

2. Achtet auf Nährwerte

Als Nächstes solltet ihr über eure Ernährung im Allgemeinen nachdenken. Ein Ernährungsberater kann euch dabei unterstützen und euch einen Ernährungsplan erstellen, der auf euch personalisiert ist.

Achtet darauf, vollwertige, sättigende Lebensmittel, einschließlich ballaststoffreichem Obst und Gemüse zu essen und verzichtet weitestgehend auf künstlichen Zucker und verarbeitete Lebensmittel, die zu Bauchfett beitragen.

3. Ernährt euch ballaststoffreich

Ballaststoffe haben viele gesundheitliche Vorteile und können das Risiko chronischer Krankheiten reduzieren, einschließlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes. Darüber hinaus sind Lebensmittel, die Ballaststoffe enthalten, wie Obst und Gemüse, sättigender und kalorienarmer. Frauen sollten täglich 25 Gramm Ballaststoffe zu sich nehmen, Männer 38 Gramm. Eine Portion Mandeln, also 25 Gramm, enthalten zum Beispiel knapp vier Gramm Ballaststoffe.

4. Bewegt euch regelmäßig

Moderate Bewegung kann euch helfen, Bauchfett zu verlieren. Setzt euch zum Ziel, euch jede Woche insgesamt 150 Minuten gemäßigt zu bewegen, in dem ihr zum Beispiel an mehreren Tagen Spazieren geht.

5. Schlaft mindestens sieben Stunden

Wer lange wach bleibt, um zu trinken, ist einem höheren Bierbauchrisiko ausgesetzt. Eine Studie aus dem Jahr 2022 ergab, dass Menschen, die nicht genug schliefen, elf Prozent mehr viszerales Fett hatten als Menschen, die ausreichend Schlaf bekamen.

Strebt die empfohlenen sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht an. Wenn ihr Probleme habt, zu einer gewissen Uhrzeit einzuschlafen, könnt ihr verschiedene Tipps für einen erholsamen Schlaf ausprobieren, wie beispielsweise eine feste Routine vor dem Schlafengehen, das Abspielen von sanften Hintergrundgeräuschen oder bestimmte Entspannungstechniken.

Dieser Text wurde von Anika Faber aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

VIDEO: Dieses Bier mögen die Deutschen am liebsten