So verändert eSports die Welt

Von Maximilian Eichgrün

eSports und Gaming ziehen bekanntermaßen immer mehr Menschen in ihren Bann und finden vor allem bei Jugendlichen großen Anklang. Dass sie dabei sogar teilweise die Kultur ganzer Länder prägen, überrascht den einen oder anderen vielleicht trotzdem.

Tagesstätten für Gamer in Südkorea

In der Republik Korea gehören Online-Computerspiele mitunter zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. Doch der Großteil der südkoreanischen Gamer spielt nicht nicht zu Hause, sondern in den sogenannten "PC Bangs".

Diese Internetcafé-artigen Einrichtungen ermöglichen es den Spielern, gegen eine geringe stündliche Gebühr Online-Spiele mit schneller Internetverbindung zu spielen. Viele Jugendliche verbringen ihren gesamten Nachmittag in diesen an Spielehallen erinnernden PC Bangs.


In Südkorea ist aber auch eSports ein riesiges Thema: Nicht umsonst wird das Land auch gerne als "Mutterland des eSports" bezeichnet. Schon lange ist Profi-Gaming dort beinahe Volkssport. Traditionell sind die Südkoreaner vor allem für ihre fanatische StarCraft-Szene bekannt. Schon zur Jahrtausendwende wurden StarCraft-Matches dort im Fernsehen übertragen - ganze Sender wurden dem Thema gewidmet.

Auch League of Legends ist hier sehr beliebt, die südkoreanischen Top-Spieler und -Teams gelten als Stars. Die Infrastruktur ist deutlich besser und die Professionalität höher als in Nordamerika oder Europa. Nicht umsonst investieren südkoreanische Großunternehmen wie Samsung oder die zwei lokalen Telekom-Riesen KT Rolster und SK Telecom in eigene eSports-Teams.

eSports als Schulfach in Skandinavien

Doch die Südkoreaner sind nicht die einzigen, die ihre Kultur auch nach dem eSports ausrichten. In der westlichen Hemisphäre steigt die Begeisterung für den virtuellen Sport stetig.


In einer Schule in Norwegen zum Beispiel ist eSports seit Kurzem sogar Teil des Lehrplans. Noch ist die Schule damit einzigartig, doch sollte sich diese Neuerung bewähren, könnten weitere Schulen und Länder nachziehen. Auch eSports will schließlich gelernt sein.

Überhaupt sind skandinavische Jugendliche sehr eSports-affin und gerade Dänemark und Schweden bringen immer wieder hochtalentierte Spieler hervor. Besonders in Schweden ist Counter-Strike als eSports etabliert.

China erfährt eSports-Boom

Aktuell boomt die Branche vor allem im Reich der Mitte: Die Chinesen sind eSports-begeistert, was man nicht zuletzt auch bei der aktuell in China stattfindenden League of Legends World Championship feststellen kann.


Eigentlich dominiert in China aber ein anderes "MOBA"-Game: Defense of the Ancients 2, in der Regel einfach nur Dota 2 genannt. Viele Dota-Top-Teams kommen aus der Volksrepublik. Durch seine hohe Einwohnerzahl ist China ein beliebter Markt mit jeder Menge Potenzial und gerade unter den jungen Chinesen gibt es immer mehr eSports-Enthusiasten.

USA: Konsolensport und große Investments

In den Vereinigten Staaten ist auch Konsolen-eSports eine Facette des Pro-Gamings, die große Aufmerksamkeit erhält. Dies ist in anderen Ländern eher unüblich, doch die US-Amerikaner fokussieren sich im professionellen Bereich nicht ausschließlich auf PC-Games.

Aus den Staaten kommen auch immer wieder große Sponsoren für die Branche: Giganten wie Disney sind in den eSports involviert und im Moment sind es vor allem die Clubs aus der NBA, die ihre Fühler in Richtung der jungen Szene ausstrecken und viel Geld investieren.

Auch Deutschland ist im Geschäft

In Deutschland ist mittlerweile ebenfalls eine nicht zu verachtende eSports-Szene entstanden. Immer wieder kommen erfolgreiche Profis aus der Bundesrepublik, darunter Stars wie Tristan "PowerOfEvil" Schrage und Kuro "KuroKy" Salehi Takhasomi. Die EU LCS, also die höchste europäische League of Legends-Liga, wird übrigens halbjährlich in Berlin ausgespielt.


Die Fußballsimulation FIFA erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Im Geschäft sind hier unter anderem Bundesliga-Clubs wie der VfL Wolfsburg, RB Leipzig oder auch der FC Schalke 04. Letzterer hat auch ein League of Legends-Team unter Vertrag.