Zwei Grafiken zeigen, wie stark die Zinsen für Tages- und Festgeld seit Januar steigen – bei diesen Banken profitiert ihr am meisten

Die Zinsen für Fest- und Tagesgeld klettern immer höher. - Copyright: Westend61 via Getty;  Glasshouse Images via Getty;  Hans-Peter Merten via GettyM Collage: Dominik Schmitt
Die Zinsen für Fest- und Tagesgeld klettern immer höher. - Copyright: Westend61 via Getty; Glasshouse Images via Getty; Hans-Peter Merten via GettyM Collage: Dominik Schmitt

Wenn ihr aktuell 10.000 Euro als zweijähriges Festgeld anlegt, könnt mit 240 Euro Zinsen pro Jahr rechnen. Das ergab eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Die Varengold Bank aus Hamburg bietet in Deutschland derzeit mit 2,4 Prozent den höchsten Zins am Markt für Festgeld an, das für zwei Jahre angelegt wird.

Doch auch für einjähriges und sechsmonatiges Festgeld klettern die Zinsen weiter nach oben. Die Wiesbadener Aareal Bank bietet für einjähriges Festgeld aktuell einen Zins von 1,85 Prozent an. Wenn ihr euer Geld für sechs Monate anlegt, erhaltet ihr ein Prozent Zinsen.

Im Januar lag der höchste Zins für zweijähriges Festgeld bei 0,45 Prozent

Vor einem Jahr wäre die Entwicklung der Zinsen in diesem Maße nicht denkbar gewesen. Doch die Europäische Zentralbank (EZB) muss die Inflation bekämpfen und schraubt ihre Zinsen hoch – und die Banken ziehen nach. Zum Vergleich: Im Januar lag der Zins für zweijähriges Festgeld in Marktspitze noch bei 0,45 Prozent.

Doch damit nicht genug. "Bereits die letzten Zinsentscheidungen der EZB hatten den Wettbewerb unter den Banken deutlich belebt. Nach der neuerlichen kräftigen Leitzinserhöhung dürfte die Rallye nun weiter Fahrt aufnehmen", sagt Finanzexperte Oliver Maier von Verivox.

Immer mehr Kreditinstitute würden sich mit attraktiven Konditionen in Stellung bringen und um die Ersparnisse der Verbraucherinnen und Verbraucher werben, erklärt Maier. "In den nächsten Wochen dürften die Zinsen weiter steigen."

Geld im zweijährigen Rhytmus anlegen

Damit ihr auch in Zukunft noch von weiteren Zinsanhebungen der EZB profitiert, rät Maier dazu, dass ihr flexibel bleibt und euch nicht zu lang an eine Bank bindet. "Schließlich wäre es schade, wenn man bei künftigen Zinssteigerungen außen vor bliebe, weil die gesamten Ersparnisse noch in langfristigen Anlagen feststecken."

Gut aufgestellt seien Sparer, die ihr Geld auf zwei abwechselnd auslaufende zweijährige Festgeldanlagen verteilen. So würde jedes Jahr eine der beiden Anlagen fällig und das Geld könne erneut investiert werden. "Auf diese Weise profitieren Anleger bei der regelmäßigen Wiederanlage von zwischenzeitlich gestiegenen Zinsen und sichern sich zugleich die vergleichsweise hohe Verzinsung einer Festgeldanlage mit zweijähriger Laufzeit", sagt Maier.

Tagesgeldzinsen steigen auch – wenn auch deutlich schwächer

Doch nicht nur beim Festgeld tut sich etwas. Auch die Zinsen für Tagesgeldkonten steigen deutlich. Zu Beginn des Jahres mussten Sparer noch mit Negativzinsen leben. Inzwischen erhaltetn sie bei der Cosmos Direkt, der Ford Bank und der Deutschen Pfandbriefbank immerhin 0,75 Prozent Zinsen.

"Nach wie vor zahlen viele Banken bei Tagesgeld gar keine oder nur homöopathische Zinsen", formuliert es Maier. Wer also Geld beiseitelegen will, aber trotzdem immer darauf zugreifen können will, sollte die Konditionen der eigenen Bank mit denen am Markt vergleichen. Bei 10.000 Euro Anlagesumme wären so immerhin 75 Euro pro Jahr drin.