So rechtfertigt Tesla-Chef Musk seine Entgleisung während der Analystenkonferenz

Elon Musk hat bei der Vorstellung der Tesla-Quartalszahlen die Fragen von Analysten ignoriert. Nun rechtfertigt er sein Verhalten.


Elon Musk versteht es, seine Fans bei der Stange zu halten: „Bitte ignoriert folgende Einträge, wenn ihr euch nicht für eine ermüdende Diskussion über die Tesla-Aktie interessiert“, schrieb er am Freitag auf Twitter.

Dann, nach einer etwa zehnminütigen Pause, folgte ein weiterer Tweet: Es sei zunächst einmal wichtig zu wissen, dass die Tesla-Aktie ein Papier sei, gegen das am Markt derzeit am meisten gewettet werde.

Dann ließ sich Musk weitere 20 Minuten Zeit und twitterte schließlich, dass es sich bei den beiden Analysten, die er während der Telefonkonferenz am Mittwoch ignoriert hätte, um Analysten gehandelt hätte, welche die Seite von Leerverkäufern repräsentieren, „nicht um Investoren“, betonte Musk.



Bei der Erläuterung von Tesla-Quartalsergebnissen während einer Telefon-Analystenkonferenz reagierte Musk barsch auf die Anfragen des Bernstein-Analysten Antonio M. Sacconaghi und RBC-Analysten Joseph Spak.

Ersterer fragte nach Teslas Zielen für die Bruttogewinnmarge, während Spak sich nach dem Lieferstand des Tesla Model 3 erkundigte.

Musk reagierte genervt: Langweilige, dumme Fragen seien nicht cool, meinte der 47-Jährige. Statt weiter auf die als „trocken“ empfundenen Fragen zu reagieren, unterhielt sich Musk ausgiebig mit dem Tesla-Fan und Youtube-Kanal-Betreiber Galileo Russell, mit dem er sich unter anderem über die Physikkenntnisse von Daimler-CEO Dieter Zetsche austauschte.

Die Frage von Sacconaghi sei dumm gewesen, weil er sie bereits im Newsletter an die Investoren erläutert hätte, rechtfertigt sich Musk nun. Die Frage von Spak hielt Musk für absurd, schließlich habe Tesla rund eine halbe Million Model-3-Bestellungen „ohne Werbung und ohne Präsentation in Auto-Showrooms“.


Auf Twitter sorgt Musks Erklärung nun für Diskussionen. Während einige Nutzer dem Tesla-Chef den Rücken stärken, äußern sich andere durchaus skeptisch über dessen Vorgehen. „Investoren haben auch das Recht, die Sicht der Leerverkäufer zu hören“, schreibt zum Beispiel der Nutzer mit dem Twitternamen Seekingfootnotes. „Buffett lädt viele Leerverkäufer zu seinen Jahreskonferenzen ein.“

Andere sind der Meinung, dass es richtig gewesen sei, die Redezeit der beiden Analysten zu beschränken, „um besseren Fragen“ Raum zu gewähren.

Aus Anlegersicht hat Musks mit seinen Äußerungen anscheinend einen Fehler gemacht: Die Tesla-Aktie gab daraufhin um bis zu sieben Prozent nach – trotz eigentlich solider Quartalszahlen.