So kaufen Sie Schnäppchen in der Berichtsaison

Benedikt Kaufmann
So kaufen Sie Schnäppchen in der Berichtsaison

Texas Instruments löst einen Zahlenschock aus. Anleger verkaufen panisch den gesamten Chip-Sektor. Völlig falsch! Denn diese Anleger haben nicht nur zu einem schlechten Preis verkauft, sondern verpassten rasante Kursanstiege. DER AKTIONÄR zeigt auf, wie Sie die aktuelle Berichtssaison meistern.

Was war passiert?

Texas Instruments musste aufgrund der Steuerreform einen herben Dämpfer in der Bilanz hinnehmen. Anleger verkauften daraufhin panisch alles was mit Halbleitern zu tun hat. Eine rationale Ursache gab es nicht – einen Grund jedoch schon.

In der Berichtsaison bleibt nicht die Zeit, einzelne Aktien zu analysieren, es wird nach den Headlines gehandelt. Wenn ein Schwergewicht wie Texas Instruments einen „einbrechenden Nettogewinn“ in einem Markt veröffentlicht, in dem „das Ende des Chip-Zyklus droht“, führt das zu Panik.

Anleger, die daraufhin Papiere des FPGA-Herstellers Xilinx oder des Anlagenbauers LAM Research verkauften, verpassten deutliche Kursanstiege. Denn die Zahlen, die diese Halbleiter-Konzerne veröffentlichten, übertrafen die Erwartungen. Xilinx legte nachbörslich um 5,2 Prozent zu – LAM Research stieg um 3,9 Prozent.

Wie die Chance nutzen?

Im Offensichtlichen liegt hier die Chance: Denn auch wenn der Sektor gemeinsam handelt, sind die Firmen unterschiedlich. Sie fertigen unterschiedliche Produkte für unterschiedliche Kunden. Hinzu kommt der starke Anstieg der Chip-Aktien. Ein Titel, der seit Januar um 15 Prozent stieg und nur die erwarteten Umsatzzuwächse verzeichnet, kann diesen rasanten Anstieg nicht rechtfertigen – hallo Texas Instruments.

Rücksetzer ohne fundamentale Schwächen sind in diesem Bullenmarkt eine Seltenheit. Wird der Chip-Sektor erneut abverkauft, weil ein Schwergewicht keine überraschenden Zahlenerfolge erzielt, heißt es Kaufen.

Starke Halbleiter-Aktien, die nach Ansicht des AKTIONÄR in dieser Berichtsaison mit deutlichen Umsatzzuwächsen überzeugen könnten, stammen dabei aus den Untersektoren Zulieferer, Anlagenbauer, Speicher und Automotive. Firmen wie Siltronic (vorläufige Zahlen am 2. Februar), KLA Tencor (Zahlen am 25. Januar), Micron (Zahlen am 29. März) oder Infineon (Zahlen am 31. Januar).