So könnte das 3. Quartal für Intel gelaufen sein

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Der Halbleiterriese Intel (WKN:855681) bereitet seinen dritten Quartalsbericht vor. Das Unternehmen wird diesen am Donnerstag, den 26. Oktober 2017 nach Handelsschluss vorlegen. Und das können Investoren von dem Bericht erwarten:

Intels Erwartungen an das dritte Quartal

Im Bericht für sein zweites Quartal machte Intel im Juli seine Erwartungen für das dritte Quartal öffentlich.

Kennzahl Q3 2017 Erwartung (Mittelwert) Q3 2016 Ergebnisse Erwartete Veränderung zum Vorjahr
Umsatz 15,7 Milliarden US-Dollar 15,8 Milliarden US-Dollar (0,6 %)
Bruttomarge 61 % 63,3 % (230 Basispunkte)
Operative Marge 27,4 % 28,5 % (110 Basispunkte)
GAAP Gewinn je Aktie (verwässert) 0,72 US-Dollar 0,69 US-Dollar 4,4 %

Datenquelle: Intel.

Das Umsatzziel hat eine Fehlertoleranz von 500 Millionen US-Dollar nach oben und unten. Demzufolge geht das Management beim Gewinn je Aktie von einer Schwankung von 0,05 US-Dollar nach oben oder unten aus.

Was gibt’s Neues?

Intel schloss Anfang August die Übernahme von Mobileye für 15,3 Milliarden US-Dollar ab. Der Deal sollte Intel fundamental neu formen, indem eine neue Geschäftseinheit für autonomes Fahren hinzukommt. Vor der Übernahme hatte das Unternehmen sechs arbeitende Segmente mit einem Markennamen plus ein Siebentes, welches den Vertrieb und die Ausgaben umfasste, die nicht zu den Kernsegmenten gehörten. Und hier ist nun die 7. Abteilung mit einem Markennamen.

Der Umsatz von Mobileye betrug 408 Millionen US-Dollar, bevor es sich mit Intel zusammentat. Die Zahl könnte in Anbetracht der viel größeren Umsatzströme des Unternehmens als Rundungsfehler durchgehen. Daher sollte die Übernahme keine großen Auswirkungen auf den Gewinn oder den Umsatz haben. Allerdings erwarten beide Unternehmen, dass in Zukunft größere Gewinne erzielt werden. Intel schätzt, dass Automotive Computing bis 2030 ein Markt mit einer jährlichen Gesamtgröße von 70 Milliarden US-Dollar wird.

Der Deal mit Mobileye wird allerdings die Ausgaben von Intel in den kommenden Quartalen beeinflussen. Neben den 15 Milliarden US-Dollar Kaufpreis fallen in der Regel noch Integrationskosten und Restrukturierungsausgeben an. Zudem sind kostenreduzierende Synergien zwischen den zwei Unternehmen zu erwarten. Diese sollten sich auch im dritten Quartalsbericht niederschlagen.

Bei den PC-Systemen bleibt die Lage vergleichsweise stabil. Die Verkaufszahlen waren 3,6 % geringer als vor einem Jahr. Die Endkundennachfrage war in den letzten Monaten schwach, aber die Verkaufszahlen von Unternehmensworkstations und Laptops blieben gleich. Unternehmensprodukte tragen heute zum zweitgrößten Zielmarkt von Intel bei. Die Data Center Group, welche zu Intels Unternehmensumsätzen beiträgt, machte 30 % des Gesamtumsatzes im zweiten Quartal aus. Client-Computing brachte 56 % des Unternehmensumsatzes ein.

Das Analystenunternehmen Stifel Nicolaus sieht eine starke Nachfrage nach Intels neuem Portfolio an Serverprozessoren. Systemupgrades sollen das größte Wachstum der letzten zehn Jahre für Intel auslösen. Diese Chips schaffen mehr parallele Threads. Gelingt es, mehr von diesen hochpreisigen Prozessoren zu verkaufen, würde dies zur Gewinnmarge von Intel beitragen.

The Motley Fool empfiehlt Intel.

Dieser Artikel wurde von Anders Bylund auf Englisch verfasst und am 23.10.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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