So rockt James die Bayern

Thorsten Langenbahn

Das Trikot hatte James Rodriguez bereits ausgezogen, als er nach dem 3:0-Sieg bei Schalke 04 mit zufriedenem Lächeln in die Gästekabine ging. Sein austrainierter Oberkörper unterstrich einmal mehr, wie fit der Star-Neuzugang des FC Bayern ist.

Den Elfmeter zum 1:0 herausgeholt, das 2:0 selbst gemacht, das 3:0 per Traumpass vorbereitet - bei seiner Bundesliga-Startelfpremiere hatte der Kolumbianer in den 90 Minuten zuvor seine Extraklasse bewiesen.

"Er hat es sehr gut gemacht. Das war wirklich gut, was er heute gezeigt hat", sagte Bayern-Trainer Carlo Ancelotti über die Galavorstellung seiner Nummer 11 in Gelsenkirchen. (Alle Ergebnisse des 5. Spieltags im Überblick)


Ancelotti lobt: "Mit dem Team und für das Team"

Für seinen Coach erwies sich James' Top-Leistung inklusive Tor-Debüt im FCB-Dress als besonders wertvoll. Zum einen rückten die Bayern zumindest zeitweilig an die Tabellenspitze, zum anderen bewahrte James seinen Coach vor weiterer Kritik.

Ancelotti darf sich bestätigt fühlen: Der 26-Jährige war sein erklärter Wunschspieler für die neue Saison. Nach überstandener Verletzung scheint der Leihspieler von Real Madrid nun das einzulösen, was sich Bayerns Verantwortliche von ihm versprochen haben.

"Er hat mit dem Team und für das Team gespielt", meinte Ancelotti nach James' insgesamt drittem Pflichtspiel für die Münchner. (Die Tabelle der Bundesliga)

James als präziser Vorlagengeber

Neben den zwei Assists und seinem Treffer in der 29. Minute bereitete er unter anderem Müllers Pfosten-Kopfball kurz nach der Pause mit einer präzisen Flanke vor. Fünf von 13 Münchner Torschüssen legte der WM-Torschützenkönig von 2014 seinen Mitspielern auf.


"Er hat sehr gute Kombinationen mit den anderen gezeigt und seine körperliche Verfassung verbessert", lobte Ancelotti.

Als "spielfreudig" bezeichnete ihn Bayerns Sechser Sebastian Rudy. "Man hat gesehen, dass er einen großen Schritt nach vorne gemacht hat", meinte der deutsche Nationalspieler auf SPORT1-Nachfrage. 

Akzente von der Müller-Position

Zu Saisonbeginn hatte James aufgrund eines Muskelbündelrisses noch aussetzen müssen.

"Mit seiner Verletzung hatte er einen schlechten Start", sagte Neuer-Ersatz Sven Ulreich zu SPORT1, "aber in den letzten Wochen hat er gut trainieren können und seinen Rhythmus gefunden. Ich hoffe, dass es so weitergeht."


Kapitän Thomas Müller sagte: "Er hat vorne immer wieder Akzente gesetzt und gute Entscheidungen getroffen." Dabei agierte James 90 Minuten lang auf einer typischen Müller-Position.

"James spielt auch gerne in diesem Halbraum rechts", weiß Müller, der dafür etwas mehr in die Mitte rückte. "Wir haben gut harmoniert", freute sich der Nationalstürmer.

Noch nicht bei 100 Prozent

Für Ancelotti hat der Sieg darüber hinaus gezeigt, dass es auch ohne die Routiniers Arjen Robben (fehlte grippekrank) und Franck Ribery (saß auf der Bank) gut funktionieren kann.

Der Italiener kündigte noch weitere sehenswerte James-Taten an. "Er ist noch nicht bei 100 Prozent", sagte der 58-Jährige über seinen Wunschspieler.  

Für kommende Gegner dürfte das wie eine Drohung klingen.