So funktioniert die virtuelle Formel 1

Hauke van Göns
Auch in der virtuellen Welt wird in diesem Jahr wieder ein Formel-1-Champion gekürt

Die Formel 1 wagt sich vermehrt an den digitalen Sport. In Zusammenarbeit der Teams mit dem Verband FIA und Liberty Media startet ab dem 13. April die zweite Saison der F1 eSports Series.

Diesmal wird der komplette Wettbewerb aber umstrukturiert: Die Rennställe der Formel 1 haben feste Fahrer, die ins virtuelle Cockpit steigen. 

Im November letzten Jahres setzte sich der 18-jährige Brendon Leigh in der Premierensaison durch. Damals waren es insgesamt 20 individuelle Fahrer, die an der Renn-eSports-Königsklasse teilnahmen, darunter auch vier Deutsche.

Nun wird es vier Online-Qualifikations-Rennen geben, in denen die Gamer auf PlayStation, Xbox und PC um die Teilnahme beim nächsten Offlineevent fahren. Die Aufgabe in diesem "Qualifying": von Platz sechs in einem virtuellen Rennen auf das Podium fahren.


Draft-System für die F1-Teams

Nach den vier Online-Turnieren und einer Wildcard-Phase bleiben am Ende 40 Fahrer übrig, die eventuell von einem Formel-1-Rennstall ausgewählt werden.

Die nächste Stufe ist der "Pro Draft", bei dem sich die Formel-1-Teams Fahrer aussuchen dürfen. Dort sind neben den Online-Qualifikanten zum Beispiel die besten drei Athleten der letzten Saison gesetzt.

Bis auf Ferrari sind alle Rennställe dabei. Die Italiener wollten nach Informationen von Speedweek ein wenig mehr Zeit bis zum eSports-Einstieg: "Wir gehen davon aus, dass man uns nicht ignoriert, wenn wir uns kurzfristig zu einer Teilnahme entschließen."


Wenn alle Fahrer gewählt sind, soll es drei große Wettkämpfe in der zweiten F1 eSports Series geben. Insgesamt wird es um 200.000 US-Dollar Preisgeld gehen. Ob die Events wie im vergangenen Jahr parallel zu den Rennen der Formel 1 vor Ort ausgetragen werden, wurde noch nicht kommuniziert.

Fahren im Rennsimulator

Gespielt wird in der virtuellen Rennserie das Spiel "F1 2017", gefahren wird auf virtuellen Nachbauten der echten Strecken. Dabei haben die eSportler keinen Controller in der Hand, sondern fahren mit Lenkrad und Pedalen in Rennsesseln vor dem Monitor.

Das sogenannte SimRacing, englische Kurzform für Simulationsrennsport, ist eine eigene eSports-Szene und erstreckt sich auch über andere Spieletitel wie iRacing oder rFactor. 

Im vergangenen Jahr landete mit Sven Zürner ein Deutscher auf dem dritten Platz der F1 eSports Series - für ihn gab es 500 Euro, während sich Sieger Brendon Leigh 2.000 Euro sicherte. Zürner ist damit dieses Jahr wieder für den Pro Draft gesetzt.