"Wäre die größte Enttäuschung meiner Karriere"

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"Wäre die größte Enttäuschung meiner Karriere"
"Wäre die größte Enttäuschung meiner Karriere"

Toni Kroos steuert mit Real Madrid einer traumhaften Saison entgegen.

Die Meisterschaft ist nur noch Formsache, und in der Champions League steht man im Halbfinale gegen Manchester City. (DATEN: Die Tabelle von La Liga)

Im Viertelfinal-Rückspiel, als sich die Königlichen mit einer 2:3-Pleite nach Verlängerung gegen Chelsea gerade noch so in die Runde der letzten Vier zitterten, stand der ehemalige deutsche Nationalspieler zweimal im Fokus und sah sich im Anschluss heftiger Kritik ausgesetzt.

Zum einen machte der Mittelfeldspieler seinem Unmut Luft, als er nach 73 Minuten ausgewechselt wurde, zum anderen sorgte eine Kroos-Geste nach Schlusspfiff für Aufregung, als die Real-Spieler das Weiterkommen ausgelassen feierten. (NEWS: Alle aktuellen Infos zu La Liga)

Im gemeinsamen Podcast „Einfach mal Luppen“ hat Kroos nun mit seinem Bruder Felix die beiden Szenen noch einmal besprochen und klargestellt.

Darauf angesprochen, wie die Szene nach Schlusspfiff zu bewerten sei, als sich der 32-Jährige die Hand an die Stirn hielt und damit offenbar Chelseas Mason Mount „verspottete“, wie die Daily Mail vermutete, erklärte Kroos erneut, dass dies „völliger Blödsinn“ sei.

Kroos: „Kleine Vorgeschichte“ mit Mount

Es gebe mit Mount zwar „eine kleine Vorgeschichte, die nicht komplett wegzudiskutieren war“ und es sei nichts dabei, „mich auch mal über jemanden lustig zu machen, oder wenn sich jemand über mich lustig macht. Das ist alles fein. Aber das wäre eine Sache gewesen, die in meinen Augen nicht Lustigmachen ist.“

Vor allem „direkt nach dem Spielende, wo ich weiß, dass man nicht gerne ausscheidet, wäre es respektlos gewesen. Jeder weiß, dass ich das nicht bin. Gegenspieler nachzumachen und ihn blöd hinzustellen, nur weil er ausgeschieden ist, das Fußballspiel aber sogar gewonnen hat.“

Der einzige Grund, warum er seine Hand an die Stirn gehalten habe, sei gewesen, weil er „seinen Sohn gesucht“ habe. „Jedes Mal, wenn Abendspiel ist und Flutlicht, dann stört das Licht immer ein bisschen, um die Familie oben zu suchen. Dadurch dass die immer hinter Glas sitzen, ist das immer schwer zu sehen.“

Hintergrund des Scharmützels mit Mount: Vor einem Jahr, als sich Chelsea im Halbfinale gegen Real durchgesetzt hatte, hatte Kroos - angesprochen auf die Gefahr durch die verschiedenen torgefährlichen Spieler im Chelsea-Sturm - gesagt: „In meinen 15 Jahren, in denen ich Fußball spiele, habe ich noch nie wegen einzelner Spieler unruhig geschlafen.“

Mount erzielte im Rückspiel das 2:0 und sagte nach dem Spiel vielsagend, auch in die Richtung von Kroos. „Ich habe gesehen, dass einer ihrer Spieler vor dem Spiel meinte, dass er wegen einzelner Spieler nicht unruhig schlafen würde. Wenn sie an uns als Team denken, sollten sie aber Schlaf verlieren. Wir geben alles und spielen so, als wenn es um unser Leben geht.“

Diese Aussage ließ dann wiederum Kroos nicht auf sich sitzen und schrieb auf Twitter: „Ich schlafe immer noch in Ordnung. Aber Glückwunsch für gestern. Viel Glück in deinem ersten Champions-League-Finale.“

„Überragendes Verhältnis mit Ancelotti“

Auch in der Kritik stand Kroos nach seiner Auswechslung gegen Chelsea. Nach dem Verlassen des Platzes würdigte er Trainer Carlo Ancelotti keines Blickes und klatschte nur widerwillig ab – alles Schnee von gestern.

„Ich sehe das gar nicht als negative Emotion“, sagte Kroos, „das hat mir natürlich nicht gefallen, das ist klar, aber im Allgemeinen zeigt das eher, dass ich schon noch richtig Bock habe, auf dem Platz zu stehen und zu helfen und am Ende Erfolg zu haben.“

Mit Ancelotti gebe es ohnehin keine Probleme. „Das wurde weggelächelt, es wurde nicht mehr besprochen“, erklärte Kroos. Es gebe „schon auch auf dem Level viele Trainer, die viel mehr persönlich nehmen als ein Carlo zum Beispiel. Der weiß das definitiv mit seiner Erfahrung und Gelassenheit einzuschätzen, außerdem haben wir sowieso ein überragendes Verhältnis.“

„Wenn wir uns das noch nehmen lassen...“

Auch über die spanische Meisterschaft wurde gesprochen, angesichts von 15 Punkten Vorsprung auf den FC Barcelona sollte für Real sechs Spieltage vor Saisonende nichts mehr anbrennen, auch wenn die Katalanen noch ein Nachholspiel vor der Brust haben. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan von La Liga)

„Wenn wir uns das noch nehmen lassen, wäre das höchstwahrscheinlich die größte Enttäuschung meiner Karriere“, betonte Kroos. „Das würde ich tatsächlich gerne verhindern. Die Situation ist top, wir müssen halt noch über die Ziellinie drübergehen. Bei der Tabellensituation müssen wir Meister werden, das ist gar keine Frage.“

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