So erklärt ein Bundeswehr-General seiner Truppe, dass es sie so bald nicht mehr gibt

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General Martin Schelleis
General Martin Schelleis

Was Business Insider bereits vor zwei Wochen berichtet hatte, ist nun amtlich: Sowohl die Streitkräftebasis als auch der Sanitätsdienst der Bundeswehr werden als eigenständige Organisationsbereiche aufgelöst. Fast 60.000 Soldaten sind betroffen, die nun größtenteils in andere Truppenteile wechseln müssen.

Künftig wird die Bundeswehr vom Generalinspekteur geführt, dem jeweils ein Kommando für In- und Auslandseinsätze unterstehen. Dazu kommen vier sogenannte Dimensionskommandos Heer, Luftwaffe, Marine und Cyber sowie streitkräftegemeinsame Elemente (mehr Details hier).

Nach der Verkündung der neuen Struktur durch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat nun der oberste Soldat der Streitkräftebasis, General Martin Schelleis, in einem internen Schreiben seine fast 33.000 Männer und Frauen große Truppe über ihre Auflösung informiert. Der zweiseitige, sogenannte Tagesbefehl liegt Business Insider vor.

So erklärt der General, dass er noch im April optimistisch gewesen sei, dass die Streitkräftebasis weiter bestehen bleiben würde. Doch in den Debatten mit den anderen Generälen im Militärischen Führungsrat habe er feststellen müssen, dass das Konzept seiner Truppe keine Unterstützung gefunden habe.

Das Papier im Wortlaut:

Nach Informationen von Business Insider hatte der Rat tatsächlich am Montag vor einer Woche getagt. Vor allem Generalinspekteur Eberhard Zorn habe an dem Plan zur Auflösung der Streitkräftebasis und des Sanitätsdienstes als eigenständige Organisationsbereiche festgehalten.

In seinem Schreiben erklärt Schelleis, dass künftig die Truppe schneller einsatzbereit sein solle und es daher vor allem weniger Kommandobehörden und -stäbe geben solle. Die Einheiten der Streitkräftebasis, darunter Feldjäger, ABC-Abwehr, Personenschützer, sollen in andere Teilstreitkräfte übergehen. Bei einigen Einheiten, darunter Logistik, werde noch untersucht, wie sie in Zukunft organisiert werden.

Schelleis endet: "Die nächste Zeit wird für viele von uns nicht einfach". Damit dürfte er auch sich meinen. Denn klar ist: Seinen Job als Inspekteur wird es in Zukunft nicht mehr geben. Die Reform soll ab 1. April 2022 in Kraft treten. Dann wäre Schelleis 62 Jahre alt.

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