Snooker-Skandal: Ex-Weltmeister redet sich in Rage

Snooker-Skandal: Ex-Weltmeister redet sich in Rage
Snooker-Skandal: Ex-Weltmeister redet sich in Rage

Deutliche Worte von Ken Doherty! Für den Weltmeister von 1997 ist der Manipulationsskandal, der aktuell die Snooker-Welt erschüttert, „ein Krebsgeschwür“.

Noch sind die Untersuchungen nicht abgeschlossen, doch es zeichnet sich ein düsteres Bild ab. Immer mehr Spieler werden gesperrt. Zuletzt wurden Zhao Xintong und Zhang Jiankang wegen des Verdachts der Spielmanipulation von den Turnieren ausgeschlossen.

Damit sind aktuell acht Spieler im Rahmen dieses Skandals vorläufig aus dem Verkehr gezogen. (NEWS: Snooker-Skandal immer größer)

Snooker gilt aufgrund der Spielweise als besonders interessant für Wettspieler. Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Vorfälle von Spielabsprachen - bisher waren es aber stets Einzelfälle.

Stephen Lee als abschreckendes Beispiel

Einer dieser spektakulären Einzelfälle in der Vergangenheit war Stephen Lee.

Der Engländer wurde am 11. Oktober 2012, einen Tag vor seinem 38. Geburtstag, vorläufig wegen Wettmanipulationen suspendiert. Nach Abschluss der Untersuchungen wurde er für zwölf Jahre gesperrt und mit einer Strafe von 160.000 € belegt. Erst am 12. Oktober 2024, seinem 50. Geburtstag, darf die ehemalige Nummer fünf der Welt wieder als Profi an Turnieren teilnehmen.

Doherty, der immer noch bei Show-Wettkämpfen antritt und seit 2012 Funktionär im Weltverband WPBSA ist, reagierte im Podcast Talking Snooker mit absolutem Unverständnis, wie es nach dem abschreckenden Beispiel von Lee erneut dazu kommen konnte.

„Wir dachten, dass es eine wirklich deutliche Botschaft an die Spieler war, dass sie nicht damit durchkommen“, zeigte sich der 53-Jährige erstaunt über den fehlenden Abschreckungseffekt. „Warum lassen sie sich darauf ein? Egal, ob es Wetten oder Spielabsprachen sind: Es ist verboten!“

Bingtao und Xintong? Doherty versteht es nicht

Für noch mehr Unverständnis sorgte jedoch der Umstand, dass mit Yan Bingtao und Zhao Xintong auch zwei absolute Topspieler in den Skandal verwickelt sind.

Nicht nur, dass sie die Aushängeschilder des chinesischen Snookers waren, auch haben sie „als Top-16-Spieler in den letzten Jahren viel Geld verdient und waren sehr erfolgreich“.

Danach redete sich das Mitglied der Snooker Hall of Fame regelrecht in Rage. „Warum um alles in der Welt sollte man sich auf so etwas einlassen, was ein Krebsgeschwür in jedem Sport ist. Es ist fast wie Gier, und das ist eine der schlimmsten Sünden überhaupt.“

Snooker wird „immer überleben“

Dennoch sah Doherty in der ganzen Affäre immerhin auch einen positiven Aspekt. Bei all seiner Betroffenheit über den Skandal sei er froh, dass das System funktioniert habe. Nun hoffe er, „dass sie streng bestraft werden und das sollten sie auch“.

Bei all dem Negativen, was momentan über die Snooker-Welt hereinbricht, brach der Mann aus Dublin aber auch eine Lanze für den überwiegenden Teil der Spieler, da sie „großartige Sportsmänner“ seien, die den Sport „mit der größten Integrität“ ausüben. (SERVICE: So funktioniert Snooker)

Dies und die Fans auf der ganzen Welt machen Snooker zu einem „wunderbaren Sport“, weswegen Doherty an eine Sache ganz fest glaubt: „Das Spiel wird immer überleben.“