Snapchat wächst bei den Teens während Facebook verliert

Motley Fool Investmentanalyst

Wie bei Mark Twain könnten die Gerüchte um den Tod von Snapchat stark übertrieben sein. Laut einer neuen Studie der Investmentfirma Piper Jaffray ist die App bei Teenagern weitaus beliebter als Instagram oder Facebook (WKN:A1JWVX), und die letztere Plattform verschwindet gerade etwas vom Radar der Teenager.

Die Frühjahrsausgabe der „Taking Stock of Teens“-Umfrage ergab, dass 45 % der Befragten mit einem Durchschnittsalter von 16 Jahren Snapchat als ihre bevorzugte Social-Media-Plattform bezeichnen, gegenüber 39 % vor einem Jahr. Das sind fast doppelt so viele wie die 26 % der Jugendlichen, die sagen, dass Instagram ihr Favorit ist, und die 8 % , die immer noch auf Facebook als ihre erste Wahl verweisen. Während Instagram in den letzten 12 Monaten drei Prozentpunkte zugelegt hat, hat Facebook einen ähnlichen Betrag verloren und liegt solide hinter Twitter.

Social Media verschmilzt

Snap (WKN:A2DLMS) steht unter großem Druck von Instagram, das die innovativsten Funktionen von Snapchat kopiert. Von Geschichten bis hin zu Filtern hat der Facebook-Abkömmling die besten Ideen seines Rivalen abgekupfert, und viele würden sagen, dass das Instagram zu einem besseren Snapchat als Snapchat macht.

Nachahmung mag die aufrichtigste Form der Bewunderung sein, aber sie hindert Snap daran, den Anwenderkreis zu erweitern. Snapchat berichtet, dass es auf 187 Millionen tägliche Nutzer angewachsen ist, dabei hat Instagram dieses Niveau längst überschritten und weist heute rund 300 Millionen täglich aktive Nutzer und über 800 Millionen monatlich aktive Nutzer auf.

Diese Zahlen sind von entscheidender Bedeutung, da jeder Dienst versucht, seine Plattform zu monetarisieren. Da fast alle Einnahmen aus der Werbung auf Facebook und Instagram stammen, ist es unerlässlich, immer mehr Nutzer liefern zu können. Bei Facebook’s Telefonferenz mit den Analysten im Januar, hat COO Sheryl Sandburg darauf hingewiesen, dass Instagram 2 Millionen aktive Werbekunden hatte, während rund 25 Millionen Unternehmen Profile auf der Plattform betreiben, was ein Wachstum von 10 Millionen Unternehmensprofilen seit letzten Sommer. darstellt.

Snap ist ebenfalls auf Werbung angewiesen, generiert aber nicht annähernd die Einnahmen seines Konkurrenten. Wo Facebook im vergangenen Jahr mehr als 40,6 Milliarden US-Dollar Umsatz erwirtschaftet hat, liegt Snap bei weniger als 825 Millionen US-Dollar. Doch Snap hat erkannt, dass das Unternehmen, wenn es mehr wachsen und profitabel werden will, mehr tun muss. (Snap verlor im Jahr 2017 3,4 Milliarden Dollar; Facebook hatte Gewinne von fast 16 Milliarden Dollar.)

Vor kurzem eröffnete Snap ein Geschäft, das anfänglich Plüschspielzeug und T-Shirts verkaufte, aber in Zukunft mehr Einnahmen aus dem Verkauf sinnvollerer Artikel, wie z.B. Brillengläser, erzielen könnte. In jüngerer Zeit hat Snap „shoppable AR“ eingeführt, neue gesponserte Optiken, die auch als Werbung fungieren, die es dem Benutzer ermöglicht, eine Aktion wie den Kauf eines Produkts oder den Download einer App durchzuführen.

Obwohl diese den Werbeformen von Facebook und Instagram ähnlich sind und Erfolg haben, riskiert Snap, seine Nutzer damit zu entfremden, weil sie direkt in der Kamera erscheinen. Die Werbung so im Fokus zu haben, könnte für viele übertrieben sein. Werbung so zu zentralisieren, könnte mehr Benutzer abschrecken als es Werbetreibende anziehen könnte.

Teens mögen Werbung am wenigsten

Eine Studie von MillwardBrown ergab, dass Gen-Z-Teenager bereits jetzt versuchen, Werbung in weitaus größerem Umfang als andere Generationen von Nutzern zu blockieren. Etwa 69 % der Jugendlichen vermeiden Anzeigen um jeden Preis im Vergleich zu 52 % der Gen Y und 43 % der Gen X. Die Jugendlichen sagen auch, dass sie Anzeigen 79 % der Zeit überspringen, gegenüber 57 % und 61 % für die beiden anderen Altersgruppen, weil sie sagen, Anzeigen stören sie.

Das App-Redesign, bei dem Snap eine Menge Rückschläge erlitten hat und das nun wieder rückgängig gemacht wurde, könnte ursprünglich gemacht worden sein, um diese jüngeren Nutzer zu überzeugen, denn obwohl es Prominente von Freunden und Familie getrennt hat, hat es auch die kommerziellen Aspekte der App abgeschottet. Es ist sicherlich ein Lernprozess für Snap, und das gesponserte Kamerabild mag ein Weg gewesen sein, die wogen bei den Werbetreibenden zu glätten, von denen viele nach dem Redesign einen starken Traffic-Rückgang meldeten.

Snapchat verschwindet nicht, wie das Wachstum seiner täglichen aktiven Nutzer zeigt, und wenn es dieses empfindliche Gleichgewicht ohne die Nutzer abzuschrecken finden kann, könnte das Unternehmen erfolgreich am Social-Media-Markt agieren. Der Luxus, immer noch eine relevante Social-Media-Plattform für junge Menschen zu sein, bedeutet, dass Snapchat noch etwas Spielraum hat, um diese Fragen zu klären.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Facebook und Twitter.

Dieser Artikel wurde von Rich Duprey auf Englisch verfasst und am 26.04.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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