Snap: Was Sie vor den Q-Zahlen wissen müssen…

Benedikt Kaufmann
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Snap und Amazon planen Shopping-Feature

Dienstagabend ist es soweit: Snap veröffentlicht die Zahlen zum zweiten Quartal. Steht die Trendwende an oder kennt die Aktie auch weiterhin nur den Weg abwärts?

Auf einen hoch bewerteten Börsengang Anfang März 2017 folgte der rapide Absturz. Satte 55 Prozent verlor die Aktie von Snap in der Spitze. Es war jedoch nicht nur die hohe Bewertung zum Börsendebüt, die für eine Abkühlung der Euphorie sorgte. Die Social-Media-Plattform hat schlichtweg die Erwartungen der Anleger zu oft nicht erfüllt. Bezeichnend: Nach den letzten vier Quartalsberichten verlor die Snap-Aktie im Schnitt 16,9 Prozent.

Für das zweite Quartal erwarten Analysten ein Umsatzwachstum von 38 Prozent auf 250 Millionen Dollar bei Verlusten je Aktie von 0,18 Dollar.

Nutzerwachstum enttäuschend

Doch es werden nicht nur die Schätzungen zu Umsatz- und Gewinnentwicklung nicht erreicht. Auch das Nutzerwachstum verlangsamt sich deutlich. So stieg die Zahl der täglich aktiven Nutzer im ersten Quartal nur um zwei Prozent auf 191 Millionen. Es gelang Snap, nur vier Millionen zusätzliche Kunden auf die Foto- und Videoplattform locken – der schwächste Wert seit dem Börsengang. Analysten erwarteten damals jedoch einen Zuwachs auf 194 Millionen. Besonders deutlich wird an dieser Stelle die Chancenlosigkeit, mit der Snap der Facebook-Plattform Instagram gegenübersteht. Der mittlerweile eine Milliarde Nutzer starke Klon bietet den gleichen Inhalt mit ein paar Freunden mehr und einem Nutzerwachstum um 20 Prozent in den vergangenen Quartalen.

Auf der Short-Seite positionieren

Vorerst sieht DER AKTIONÄR angesichts der harten Konkurrenz schwarz. Für AKTIONÄR-Leser bedeutet das regelmäßige Kursdebakel von Snap jedoch Short-Chancen wie in DER AKTIONÄR Ausgabe 31/18 beschrieben. Denn auch für das zweite Quartal ist mit nicht mehr zu rechnen als mit einer Enttäuschung.