Smudo entwickelte neue Corona-App: "So eine Lösung gibt es in ganz Europa nicht"

teleschau
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Der Rapper Smudo ist einer der Mitentwickler der neuen Corona-App "Luca". (Bild: 2020 Getty Images/Sebastian Reuter)
Der Rapper Smudo ist einer der Mitentwickler der neuen Corona-App "Luca". (Bild: 2020 Getty Images/Sebastian Reuter)

Anfang Dezember entwickelten die Fantastischen Vier zusammen mit anderen Kulturschaffenden und einem Berliner Start-Up die neue Corona-App "Luca". Ziel der Anwendung ist es, kulturelles Leben teilweise wiederzubeleben.

Eine neue Corona-App ist in Deutschland auf dem Vormarsch: Sie heißt Luca und wurde von den Rappern der Fantastischen Vier in Zusammenarbeit mit anderen Kulturschaffenden und einem Berliner Start-Up entwickelt. Ziel ist es, die Dokumentationspflicht in Restaurants, aber auch in Kulturstätten zu digitalisieren und die Szene zumindest teilweise wiederzubeleben. Die offizielle Corona-Warn-App der Bundesregierung solle sie aber nicht ersetzen, wie der Fanta-Vier-Rapper Smudo in einem Interview mit "Bild TV" erklärte.

"Das sind zwei ganz verschiedene Dinge. Ich möchte hier auch ganz klarstellen, dass wir nicht besser oder schlechter sind", bekräftigte der 52-Jährige. Die Corona-Warn-App sei ein "individuelles Radar, das ein individuelles Risiko bemisst. Die ist mit Absicht passiv, läuft im Hintergrund und darf Daten nicht aufzeichnen." Die neue App hingegen erstelle sozusagen ein verschlüsseltes Kontakttagebuch.

Smudo: "Luca ist eine massive Entlastung der Gesundheitsämter"

Mithilfe eines QR-Codes können sich die User beim Besuch eines Restaurants, eines Fußballstadions oder eines Open-Air-Konzerts per App an- und beim Verlassen wieder abmelden. Die einzelnen Besuche werden individuell und verschlüsselt auf dem jeweiligen Smartphone gespeichert. Im Falle einer Infektion kann der jeweilige User sein Kontaktbuch per TAN dem Gesundheitsamt freigeben.

Auf diese Weise kann dieses dann andere betroffene Personen warnen. Eine umständliche Auswertung händisch ausgefüllter Listen könne so verhindert werden. Auch bei einem positiven Corona-Schnelltest können User ihre Daten für die Gesundheitsämter freigeben und somit einen Beitrag zur Einschränkung des Infektionsgeschehens leisten.

"Luca ist eine massive Entlastung der Gesundheitsämter", erklärte Smudo gegenüber dem WDR. Er sei selbst überrascht, aber "so eine Lösung gibt es in ganz Europa nicht". Nach Auffassung der Betreiber könne die App eine Nachverfolgung von Kontakten auch bei höheren Inzidenzen gewährleisten. In einem Modellversuch in Rostock soll dies nun überprüft werden. Zudem werde die App unter anderem bereits auf den friesischen Inseln Sylt, Amrum und Föhr genutzt.

Eine Alternative zur "Lockdown-Keule"

Für den User ist "Luca" kostenlos. Nur die Gesundheitsämter zahlen für den Service. Inzwischen hat Smudo die App auch dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgestellt. Obwohl das Gespräch, laut Aussagen des Rappers, gut war, wollte Spahn eine konkrete Unterstützung noch nicht versprechen.

Smudo hingegen scheint in der Entwicklung einen ganz entscheidenden Schritt in der Pandemiebekämpfung zu sehen: "Man kann dann chirurgisch und einzeln diese Leute ansprechen, in Quarantäne oder zur Testung schicken und müsste nicht mit der Lockdown-Keule durchs ganze Land", erklärte er. Entscheidend wäre allerdings, dass wirklich jeder die App auch nutzen würde.