SMS hat mit 25 Jahren die besten Zeiten hinter sich

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Ihre besten Zeiten hat sie hinter sich - und doch wollen viele Handynutzer nicht auf sie verzichten: Vor 25 Jahren, am 3. Dezember 1992, wurde in Großbritannien die erste SMS verschickt. Auf den rasanten Aufstieg folgte zuletzt ein steiler Fall: Im Rekordjahr 2012 wurden in Deutschland noch knapp 60 Milliarden SMS versendet, 2016 waren es weniger als 13 Milliarden.

Grund für diesen Abwärtstrend ist dem Branchenverband Bitkom zufolge die Smartphone-Verbreitung und der damit verbundene Boom von Messenger-Diensten wie WhatsApp. "Die SMS hat ihre Hochzeiten hinter sich", erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Völlig verschwinden wird sie aber in absehbarer Zukunft nicht."

Denn trotz der rückläufigen Zahlen wollen viele Smartphone-Nutzer nicht gänzlich auf die althergebrachten Kurznachrichten verzichten. Sechs von zehn (58 Prozent) greifen dem Branchendienst zufolge weiterhin auf diese Funktion zurück. Online-Dienste wie WhatsApp und iMessage kommen nur bei wenig mehr Nutzern (62 Prozent) zum Einsatz, wie eine repräsentative Bitkom-Umfrage unter 1011 Bundesbürgern ab 14 Jahren ergab. "SMS sind eher bei älteren Nutzern populärer, internetbasierte Messenger-Dienste bei jüngeren", erklärt Rohleder.

Häufig wird die SMS-Funktion auch bei Authentifizierungsverfahren, etwa beim Online-Banking, genutzt. Hierbei hat der SMS-Standard den Vorteil, dass er auf jedem Handy funktioniert und keine Internetverbindung oder gesonderte Anmeldung voraussetzt. Bei Online-Messengern müssen Absender und Empfänger den gleichen Dienst installiert haben.

Die SMS (Abkürzung für Short Message Service) machte es ab Anfang der 90er Jahre erstmals möglich, Texte unabhängig von Ort und Zeit über das Mobilfunknetz zu übermitteln. Ursprünglich diente die 160-Zeichen-Nachricht vor allem Mobilfunkanbietern dazu, ihre Kunden über eventuelle Netzstörungen zu informieren. Um das Jahr 1994 nahm die Popularität der Kurznachricht auch unter Handy-Nutzern rasant zu. Im Jahr 2009 kam mit WhatsApp der Dienst auf den Markt, der Instant-Messangern zum Durchbruch verhalf. Inzwischen gibt es viele weitere Angebote wie iMessage, Telegram und Threema.