Smoothies, Tee und zuckerfreie Brause: Coca-Cola profitiert vom Gesundheitstrend. Da schmerzt ein Milliardenverlust durch die Steuerreform wenig.


Wer Coca-Cola schon abgeschrieben hatte, lag falsch. Der Hersteller des amerikanischsten aller Getränke hat die Investoren am Freitag mit starken Zahlen überrascht. Beim Ergebnis stand im vierten Quartal zwar ein dickes Minus von 2,8 Milliarden Dollar. Das lag aber ausschließlich an den einmaligen Auswirkungen von Donald Trumps Steuerreform.

Auch der Rückgang beim Umsatz ist nicht wirklich aussagekräftig: Dieser ist zwar im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr um ein Fünftel auf 7,5 Milliarden zurückgegangen. Im Gesamtjahr 2017 ging der Umsatz um 15 Prozent auf 35,4 Milliarden Dollar zurück.

Das war aber Teil der Strategie: Coca-Cola ist dabei, die Abfüllanlagen wieder an Franchise-Nehmer abzugeben und nicht mehr selbst zu betreiben. Wenn man das organische Wachstum betrachtet, kletterte der Umsatz im vierten Quartal um sechs Prozent. Das hat Coca-Cola vor allem durch Preiserhöhungen beziehungsweise kleinere Verpackungen geschafft. Die Anzahl der verkauften Flaschen und Dosen stagnierte dagegen.


Auch Coca-Cola kann sich einem generellen Trend nicht entziehen: Die Menschen wollen sich gesünder ernähren. Das macht Coca-Cola ebenso wie dem ewigen Konkurrenten Pepsico zu schaffen. Schon seit drei Jahren ist der Umsatz bei Coca-Cola rückläufig. Deshalb wurde im vergangenen Jahr auch der Vorstandsvorsitzende ausgetauscht. Der neue Chef James Quincey ist im Mai in Atlanta angetreten, um das Unternehmen „für die Zukunft neu zu erfinden“.

Neu erfinden heißt vor allem, den Wandel zu schaffen weg von der klassischen braunen Zuckerbombe hin zu kalorienärmeren Getränken. Zuletzt setzte der Konzern daher auf Säfte, Smoothies, Tees und eine neue zuckerfreie Cola. Mit etwas Verspätung: Pepsi hatte diese Wende schon früher eingeleitet und setzt dabei noch stärker auf Snacks und Bio-Produkte.

Dennoch kann sich das Ergebnis von Coca-Cola im vierten Quartal sehen lassen. Auch der Milliardenverlust darf nicht schocken. Denn er ist allein auf die einmaligen Auswirkungen der Steuerreform von Donald Trump zurückzuführen. Da das Unternehmen im Ausland geparktes Geld zurückführt, muss es darauf eine einmalige Steuer von 4,6 Milliarden Dollar zahlen.

Gleichzeitig profitiert Coca-Cola von Steuerrückzahlungen in Höhe von einer Milliarde Dollar, sodass die Auswirkungen der Steuerreform netto bei einem Minus von 3,6 Milliarden Dollar liegen. Sieben Milliarden des aus dem Ausland zurückgeführten Kapital will Coca-Cola nutzen, um die Schulden zu senken.


Mittelfristig profitiert Coca-Cola auf jeden Fall von der Reform: Die effektive Steuerquote wird laut Unternehmen im laufenden Jahr von bisher 26 Prozent auf 21 Prozent sinken.

Der Jahresgewinn fiel zuletzt wegen der hohen Abschreibung im Zuge der Steuerreform um 81 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Die Dividende erhöhte das Unternehmen jedoch um 5,4 Prozent auf 1,56 Dollar. Das dürfte auch den Großaktionär Warren Buffett freuen. Der hat ein Faible für Aktien mit hohen Dividenden und hält knapp zehn Prozent an Coca-Cola.