Smith gewinnt European Open

Jordan Smith erhält für den Turniersieg 333 330 Euro

Im Endspurt zu viel gewollt, aber am Ende trotzdem viel gelernt: Golfprofi Alexander Knappe hat sich zum Abschluss der European Open in Winsen/Luhe überraschend an die Spitze der deutschen Spieler katapultiert.

Mit einer glanzvollen 67-er-Schlussrunde verbesserte sich der 28-Jährige noch auf einen unerwarteten zwölften Platz, der ihm ein Preisgeld von 34.400 Euro in die Kasse spülte.

Zwischenzeitlich schob sich der Paderborner bis auf Rang drei vor, ein Doppel-Bogey in der Schlussphase warf den Europa-Tour- Neuling wieder ein wenig zurück. Schon bei den Scottish Open vor zwei Wochen in Troon hatte er seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt, als er nach der zweiten Runde die Führung übernahm.

"Man sollte ja immer von Schlag zu Schlag denken, aber als ich die Siegchance gesehen habe, habe ich in einem wichtigen Moment zu aggressiv gespielt. Aber ich werde aus diesem Turnier mitnehmen, dass ich jede Woche um den Sieg mitspielen kann", sagte der langjährige Amateur-Nationalspieler letztlich zufrieden.

Den mit 333.330 Euro dotierten Turniersieg sicherte sich Jordan Smith aus England. Der Brite setzte sich im Stechen am zweiten Extraloch gegen Titelverteidiger Alexander Levy aus Frankreich durch. Der Schwede Johan Edfors und Siddikur Rahman aus Bangladesh teilten sich Rang drei.

Stark beeinflusst wurde die Premiere des Turniers vor den Toren Hamburgs von den widrigen Witterungsverhältnisse. Ein heftiges Gewitter führte bereits am Freitag zu einer vierstündigen Zwangspause, am Sonntag wurden die Spieler wegen einer entsprechenden Warnung für zwei Stunden ins Klubhaus geschickt.

Marcel Siem hatte sich da bereits am Samstag mit einem lukrativen Hole-in-One schadlos gehalten. Pünktlich zur Feier seines 400. Profiturniers auf der Tour versenkte der Ratinger mit einem präzisen Schlag über 156 m den Ball auf Anhieb im 17. Loch und durfte sich über einen Sportwagen im Gesamtwert von knapp 160.000 Euro freuen.

"Ein perfekter Treffer, besser ging es nicht", sagte der 37-Jährige, nachdem ihm seine Ehefrau Laura, in Winsen für Siem als Ersatz-Caddie im Einsatz, als Erste umarmt hatte. Sie wird wohl Hauptnutzerin des schnittigen Flitzers sein, denn ihr Gatte ist Markenbotschafter eines anderen schwäbischen Automobilherstellers.

Am Sonntag fiel der Rheinländer nach einer schwachen 76er-Schlussrunde weit bis auf Rang 60 zurück. 

So üppig wie Siem wurde Patrick Reed für seinen nicht minder spektakulären ersten Albatross seiner Profikarriere auf der 18. Bahn nicht belohnt. Der Ryder-Cup-Sieger aus den USA brauchte für das Par-5-Loch nur zwei Schläge. Als zusätzliches Präsent für dieses seltene Golf-Highlight musste sich der 26 Jahre alte Texaner mit einem Notebook begnügen.

Ungeachtet des miesen Wetters soll das Turnier auch in den kommenden vier Jahren an gleicher Stelle ausgetragen werden. Auch der Termin Ende Juli wird auf weiteres beibehalten.