Smartphonehersteller Xiaomi kündigt Ausgabe von Aktien auch auf chinesischem Festland an

Logo von Xiaomi an einem Laden in Peking

Der chinesische Smartphonehersteller Xiaomi, einer der größten Produzenten weltweit, will bei seinem geplanten Börsengang in Hongkong zugleich auch Aktien auf dem chinesischen Festland ausgeben. Xiaomi kündigte am Montag den Verkauf von Aktien nicht nur in der Sonderverwaltungszone, sondern auch an der Börse von Shanghai an. Der Konzern will dabei offenbar als erster ein entsprechendes Angebot der chinesischen Regierung nutzen.

Die chinesische Wertpapieraufsicht hatte in der vergangenen Woche erst die Regeln veröffentlicht, unter denen bereits im Ausland notierte einheimische Unternehmen auch daheim Aktien verkaufen können. Wann das Programm startet, ist aber noch unklar. Es ist die Reaktion auf die Börsengänge der Konzerne Alibaba und Baidu, die beide die New Yorker Wall Street wählten.

Die chinesische Regierung möchte den eigenen, schwankungsanfälligen Markt damit stärken und auch chinesischen Anlegern die Beteiligung an den großen Technologiekonzernen ermöglichen. Alibaba und Tencent, in Hongkong notiert, haben bereits Interesse geäußert.

Bislang müssen Unternehmen, die in China an die Börse gehen wollen, mindestens drei Jahre lang Gewinn gemacht haben. Doch diese Regel könnte gelockert werden, um Technologie-Start-ups den Börsengang zu ermöglichen. In China gibt es mehr Start-ups, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden - sogenannte Einhörner - als in jedem anderen Land. Dazu gehören etwa der Bezahldienst Ant Financial, der Fahrdienstvermittler Didi Chuxing oder die Dienstleistungsplattform Meituan-Dianping.

Xiaomi hatte Anfang Mai den Börsengang in Hongkong angekündigt. Es könnte einer der größten weltweit werden: Experten erwarten, dass der Aktienverkauf zehn Milliarden Dollar (8,3 Milliarden Euro) einbringen soll - damit wäre Xiaomi rund 100 Milliarden Dollar wert. Der Börsengang des Onlineriesen Alibaba 2014 hatte 25 Milliarden Dollar eingebracht.

Xiaomi mit Sitz in Peking ist weltweit derzeit der viertgrößte Hersteller von Smartphones - nach Samsung, Apple und Huawei. Im ersten Quartal dieses Jahres verkaufte der Konzern 28 Millionen Geräte, knapp 90 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Xiaomi bemüht sich derzeit vor allem, seine Geräte stärker im Ausland zu verkaufen. Trotz einiger internationaler Erfolge ist das Unternehmen aber weiterhin stark abhängig vom Heimatmarkt. Das Geld aus dem Börsengang soll die Expansion sowie die technische Entwicklung finanzieren.

Xiaomi schloss das vergangene Jahr laut Bloomberg mit einem Verlust von knapp 44 Milliarden Yuan (5,7 Milliarden Euro) ab. Der Umsatz stieg um rund 67 Prozent auf mehr als 114 Milliarden Yuan.