Smart City und 5G: Telecom World Summit in Südkorea

Die verknüpfte Welt macht sich bereit für große Veränderungen – mit dem 5G-Netz und smarten Städten am Horizont. Um die neuesten digitalen Trends ging es jüngst in Busan in Südkorea beim Telecom World Summit der UN-Agentur für Informations- und Telekommunikationstechnologie ITU – mit Branchen- und Regierungsvertretern.

Die Gastgeber-Stadt präsentierte (am Rande) ihre Pop-Kultur und zuvorderst ihre Innovationen – vor allem das, was man Smart City-Technologie nennt. Zum Beispiel ein Verkehrsleitsystem, das den Fahrern mitteilt, wenn es vor ihnen einen Unfall gab, ein System, das Emissionen in Büros misst und anzeigt, wie viele Treibhausgase man in die Atmosphäre hinausbläst, dann noch ein System für das Gesundheitswesen, das die Patienten in Echtzeit überwacht und die Daten an die Ärzte übermittelt, und last but not least ein System, das dem Nutzer den Zugang zu seinem Smartphone sperrt, wenn er die Straße überquert – um Unfälle zu verhindern.

Innovative tech and ICT public-private partnerships advanced at #ITUworld https://t.co/iG2qxU2dAf pic.twitter.com/1iEhOkLjnp— ITU (@ITU) September 28, 2017

Nicht nur die Südkoreaner begeistern sich zunehmend für Smart-City-Konzepte. In der Schweiz testet die Mobilfunkfirma Swisscom, wie ihre Daten für die Stau-Analyse verwendet werden können. Raphael Rollier, zuständig für “Smart Cities” bei Swisscom:

“Wir haben viele Mobilfunkdaten, jeden Tag generieren wir 20 Milliarden Ereignisse im ganzen Netz, das heißt, jedes Mal, wenn sich Ihr Mobiltelefon mit einer Antenne verbindet, hinterlässt das eine digitale Spur. Und wir haben uns an die Städte gewandt und ihnen angeboten, dass wir in Echtzeit den Verkehr anzeigen können. Auf dieser Basis kann man die Stadtplanung gezielter angehen.”

Für das Konzept der intelligenten Stadt braucht man allerdings auch ein schnelles Netz – das ultraschnelle 5G-Netz. Die ITU wird das Spektrum dieses Netzwerkes vor 2020 festlegen – und sagt eine Zeitenwende vorher. Chaesub Lee, Leiter der Standardisierungsabteilung der ITU: “5G stellt für die Verbraucher eine hyperverknüpfte Umgebung bereit. Alle verknüpfbaren Geräte für das tägliche Leben der Verbraucher sollten mit 5G verbunden sein.”

Mehr zur 5. Generation des Mobilfunknetzes

Sicherheit ist dabei eine vorrangige Frage. Laut Prognosen wird die Zahl der verknüpften Geräte von heute sechs Milliarden auf rund 200 Milliarden bis 2025 steigen. Eine Antwort ist, Sicherheitssysteme schon in die Hardware einzubauen. Ammar Alkassar, Chef von Rohde & Schwarz Cybersecurity: “Wir müssen unseren Ansatz bei der Cyber-Sicherheit ändern. In Zukunft müssen wir nach proaktiveren Systemen suchen, Systemen und Sicherheit schon im Design. Da geht es nicht darum, ein paar zusätzliche Boxen oder zusätzliche Software an diese Geräte anzuschließen, sondern in diese Geräte müssen von Anfang an schon Sicherheitssysteme eingebaut werden.”

Während man noch nach Antworten für verbesserte Sicherheit sucht, drückt Südkorea schon aufs Tempo bei der Nutzung – für die Olympischen Winterspiele dort im nächsten Jahr soll auch das Internet schneller werden. Network-Stratege Dongjun Lee: “Wir versuchen, das 5G-Netz weltweit erstmalig einzurichten, damit Publikum und Teilnehmer an den Vorausscheidungen für die Olympischen Spiele teilhaben können.”

I’m doing a spot of VR ski jumping in my euronews report on ITU Telecom World – on air tonight 20.50CET pic.twitter.com/txeKIPZabo— Jeremy Wilks (WilksJeremy) October 2, 2017