Slowenen entscheiden in Stichwahl über Präsidentenamt

Amtsinhaber Borut Pahor wählt

Das EU-Mitgliedsland Slowenien hat am Sonntag in einer Stichwahl einen Präsidenten gewählt. Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, eine Entscheidung zwischen Amtsinhaber Borut Pahor und seinem Herausforderer Marjan Sarec zu treffen. Der Mitte-links-Politiker Pahor, der seit 2012 Präsident der früheren jugoslawischen Teilrepublik ist, gilt als klarer Favorit. Die Wahllokale schließen um 19.00 Uhr, ab dann werden erste Ergebnisse erwartet.

In der ersten Wahlrunde vor drei Wochen hatte der Präsident die erforderliche Mehrheit von 50 Prozent nur knapp verfehlt. Deswegen muss er sich in der Stichwahl dem parteilosen Ex-Komiker Sarec stellen, der auf rund 25 Prozent gekommen war. Die Wahlbeteiligung lag in der ersten Runde deutlich unter 50 Prozent. Beobachter schlossen für die Wahl am Sonntag auch eine überraschende Niederlage des Amtsinhabers nicht aus - besonders, wenn die Wahlbeteiligung wieder so gering ausfällt.

Im Euro-Land Slowenien hat der Präsident weitgehend repräsentative Aufgaben. Der frühere sozialdemokratische Regierungschef Pahor hat den Ruf des "Instagram-Präsidenten": Mehr als 40.000 Menschen folgen dem früheren Model in dem Online-Fotodienst. Sein Herausforderer Sarec bekleidet derzeit das Amt des Bürgermeisters von Kamnik.

Slowenien verzeichnet derzeit eine der stärksten Wachstumsraten in der EU: Die Wirtschaftsleistung soll 2018 Prognosen zufolge um vier Prozent zunehmen.