Slowenien übernimmt Zugang zur nördlichen Adria über Golf von Piran

Slowenien hat im Gebietsstreit mit Kroatien gemäß einem Schlichtungsurteil des Ständigen Schiedshofs in Den Haag am Samstag den Großteil des Golfs von Piran und damit einen Zugang zum offenen Meer übernommen. Das Schiedsgericht hatte Slowenien im Juni zwei Drittel der Bucht an der nördlichen Adria zugesprochen. Für das Inkrafttreten des Schiedsspruchs legte es den 30. Dezember fest.

Kroatien lehnt die Entscheidung ab und beansprucht die Hälfte der Bucht für sich. Nach Angaben der slowenischen Behörden wurden am Samstagmorgen drei kroatische Fischerboote in dem Slowenien zugesprochenen Gebiet von kroatischen Polizeibooten begleitet. Nach einer Verwarnung hätten sie das Gebiet wieder verlassen.

Von kroatischer Seite hieß es, die Fischer hätte lediglich ihre Netze eingeholt. Slowenien meldete keine weiteren Zwischenfälle.

Die Einigung der beiden ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken auf das Schlichtungsverfahren hatte 2013 erst einen Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union ermöglicht. Slowenien - schon seit 2004 EU-Mitglied - hatte die Verhandlungen Zagrebs mit Brüssel wegen des Grenzstreits lange blockiert. Die Aufnahme des Schlichtungsverfahrens war dann in Slowenien über eine Volksabstimmung gebilligt worden. Ljubljana stellte sich daraufhin nicht mehr gegen den kroatischen Beitritt.