Slogans gegen Saudi-Arabien zu Jerusalem-Tag im Iran

Raketen der Revolutionsgarden in Teheran

"Tod dem Haus al-Saud": Bei den alljährlichen Kundgebungen zum Jerusalem-Tag im Iran haben die Demonstranten auch Slogans gegen Saudi-Arabien und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) skandiert. Neben den üblichen Rufen "Tod Israel" und "Tod Amerika" stimmte die Menge in Teheran am Freitag auch Slogans gegen das wahhabitische Königreich an, das von der iranischen Regierung für die Anschläge in Teheran von Anfang Juni im Gespräch mit verantwortlich gemacht wird.

Zu den Anschlägen auf das Parlament und das Mausoleum von Ayatollah Khomeini in Teheran mit 17 Toten hatte sich die IS-Miliz bekannt. Regierungsvertreter warfen Riad jedoch vor, die sunnitische Extremistengruppe zu unterstützen und damit eine Mitschuld zu tragen. Das Verhältnis der beiden Regionalmächte, die seit Januar 2016 keine diplomatischen Beziehung unterhalten, ist stark angespannt.

Saudi-Arabiens König Salman hatte am Mittwoch seinen Sohn Mohammed bin Salman zum neuen Kronprinzen ernannt. Der 31-Jährige gilt als scharfer Gegner des Iran, weshalb eine weitere Zunahme der Spannungen befürchtet wird. Auf sein Betreiben hin schlug das Königreich in den vergangenen Jahren bereits eine aggressivere Außenpolitik ein, die unter anderem im März 2015 zur Intervention im Jemen führte.

Bei den Kundgebungen in Teheran verbrannten Demonstranten am Freitag Flaggen Israels und der USA, während die Revolutionsgarden in der Innenstadt Raketen zur Schau stellten. Der Jerusalem-Tag wurde in den 80er Jahren von Khomeini als Zeichen der Solidarität mit den Palästinensern ins Leben gerufen und ist jedes Jahr Anlass für Kundgebungen gegen Israel und seine westlichen Verbündeten.