Cloud-Spezialist Salesforce kauft Kommunikationsdienst Slack für fast 28 Milliarden Dollar

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Salesforce-Sitz in San Francisco

Der Cloud-Anbieter Salesforce setzt auf den weltweiten Trend zum Homeoffice und kauft für fast 28 Milliarden Dollar den Kommunikationsdienst Slack. Es ist der größte Zukauf in der Geschichte von Salesforce, das Unternehmen in San Francisco zahlt 27,7 Milliarden Dollar (23 Milliarden Euro). Salesforce greift damit direkt den Konkurrenten Microsoft an. Die zuständigen Behörden müssen den Kauf noch genehmigen.

"Wir sind füreinander gemacht", erklärte Salesforce-Chef Marc Benioff. Zusammen würden Salesforce und Slack "die Art und Weise verändern, wie jeder in der vollständig digitalen, ortsunabhängigen Welt arbeitet". Salesforce kündigte an, Slack mit weiteren Funktionen auszustatten.

Mit Slack können Nachrichten ausgetauscht werden, zudem sind Unterhaltungen mit einzelnen oder in einer Gruppe möglich. Slack Technologies war 2009 im kanadischen Vancouver gegründet und später nach San Francisco verlegt worden.

Salesforce ist bereits seit mehr als 20 Jahren auf dem Markt; der Konzern bietet sogenannte CRM-Lösungen an: Software für die Gewinnung und Betreuung von Kunden. Die hat auch Microsoft im Angebot, dazu bereits den erfolgreichen Kommunikationsdienst für den Arbeitsplatz Teams.

Die Übernahme von Slack werde es Salesforce ermöglichen, Microsoft im Bereich von Tools zur Online-Zusammenarbeit herauszufordern, sagte der Analyst Patrick Moorhead. Ein einfacher Weg sei dies aber nicht: Um wirklich mit Microsoft zu konkurrieren, müsse Salesforce zusätzlich in Videodienste und Personal-Productivity-Programme investieren, mit denen die Arbeit effizienter organisiert werden kann. Dass Kunden sich nun zugunsten von Slack von Microsoft abwenden würden, glaubt Moorhead nicht. Slack habe wiederum den Vorteil, dass es als sehr leicht und nutzerfreundlich gelte.

Die Vorstände beider Unternehmen haben den Milliarden-Deal bereits bewilligt. Die Übernahme soll im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Zuvor müssen die Behörden und auch die Aktionäre dem Vertrag zustimmen.

ilo/ju