Skurrile Pressekonferenz: Thailändischer Premier stellt Pappfigur von sich auf

Der thailändische Premierminister Prayut Chan-o-cha lässt eine Pappfigur herbeischaffen. (Bild: AP Photo)

Er ist für seine knallharte Politik bekannt: Prayut Chan-o-cha, Oberbefehlshaber des thailändischen Militärs, steht seit einem Staatsstreich im Mai 2014 an der Spitze seines Landes. Nun sorgte er mit einem bizarren Auftritt für Aufsehen: Journalisten sollten ihre Fragen an einen Pappaufsteller richten.

Bei der Pressekonferenz in Bangkok sprach Chan-o-cha bereits einige Minuten über eine bevorstehende Kinderveranstaltung. Doch als der Premierminister Thailands mit seinen Ausführungen fertig war, ließ er von einem Mitarbeiter eine Pappfigur mit seinem Konterfei herbeischaffen.

Den wartenden Journalisten überließ der Regierungschef seinen „Pappkameraden“. (Bild: AP Photo)

Zu den verblüfften Reportern sagte er: „Wenn Sie Fragen zur Politik oder zu Konflikten haben, fragen Sie den da.“ Daraufhin verschwand der 63-Jährige von der Bildfläche. Der Pappaufsteller wurde direkt hinter dem Mikrofon platziert, was die meisten anwesenden Journalisten mit einem Lächeln quittierten.

Die meisten Journalisten waren verdutzt, nahmen die Aktion aber mit Humor auf. (Bild: AP Photo)

Chan-o-chas Verhältnis zu den Medien gilt als angespannt. Seit Mai 2014 führt er eine Militärregierung an, die sich „Nationaler Rat zur Erhaltung des Friedens“ nennt. Außerdem rief er mit Übernahme des Premierministeramtes das Kriegsrecht aus. Dadurch gelang es ihm zwar, gewaltsame Unruhen zu beenden – durch seinen Putsch an die Macht hebelte er allerdings auch die Demokratie aus.

Das Militär kann seither sämtliche Senatoren bestimmen und ist in der Lage, einen nicht gewählten Regierungschef einzusetzen. Journalisten kritisieren diese Militärdiktatur regelmäßig. Deren bohrenden Fragen wollte der Premier nun ausweichen, indem er einen „Pappkameraden“ aufstellen ließ.

Schon in der Vergangenheit sorgte der Politiker für so manche Szene. Einen Kameramann soll er einmal mit einer Bananenschale beworfen haben. Bei einer Pressekonferenz drohte er Reportern im Scherz, sie umbringen zu lassen, sollten sie seine Regierung kritisieren.