Skispringen: Podestplatz für Kraft bei Weltcup-Auftakt

Nach dem knappen Verpassen eines Podestplatzes am Vortag hat sich Stefan Kraft am Sonntag beim Weltcup-Skispringen in Nischnij Tagil zum zweiten Mal in dieser Weltcup-Saison auf Platz drei gesprungen. Der 24-jährige Salzburger musste sich nur den Deutschen Andreas Wellinger und Richard Freitag geschlagen geben. Der Weltcup-Titelverteidiger liegt nach 4 von 23 Einzelbewerben auf Zwischenrang vier.

Weltcup-Titelverteidiger Stefan Kraft ist mit einem Podestplatz in die Olympiasaison gestartet. Der Doppelweltmeister belegte am Sonntag im Auftaktbewerb in Wisla hinter dem japanischen Sensationsmann Junshiro Kobayashi und Olympiasieger Kamil Stoch aus Polen Rang drei. Als zweitbester Österreicher überraschte Daniel Huber mit Rang sechs.

Junshiro Kobayashi gewann als erster Japaner seit drei Jahren. "Es waren zwei sehr gute Sprünge, aber keine Raketen. Es muss einfach alles zusammenpassen und es freut mich, dass ich wieder so gut drauf bin. Es war ein grandioser Start", betonte Kraft nach Sprüngen auf 126,4 und 124,5 Meter. Der 24-Jährige schloss nahtlos an seine Spitzenergebnisse am Ende der vergangenen Saison an. "Es hat sich so angefühlt, als ob nie eine Pause gewesen wäre", meinte der Pongauer. "Jetzt heißt es gut weiterarbeiten."

Tagesbestweite von Daniel Huber

Kraft freute sich auch mit Huber, seinem früheren Zimmerkollegen während der Schulzeit in Stams. Der 24-jährige Flachgauer bestätigte mit Tagesbestweite von 131 Metern (nach 118 im ersten Durchgang) seine starken Leistungen des Wochenendes. Er verbesserte sich im Finale vom 16. Rang - zuvor hatte er erst einen einzigen Weltcup-Punkt erobert. "Im zweiten Durchgang hat alles gepasst, ich hätte nicht gedacht, dass es so weit nach vorne geht", sagte Huber der APA. Er hatte einen Top-Ten-Platz für möglich gehalten. "Aber dass es gleich beim ersten Springen gelingt, ist unglaublich. Ein Traum."

ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin verließ die erste Station der langen Saison mit einem gute Gefühl. "Ich bin sehr zufrieden", meinte der Kärntner und sah sich im Hinblick auf die Arbeit mit den aufrückenden Springern bestätigt. "Das Signal, das wir vor drei Jahren gesetzt haben, fruchtet."

Huber ist der aktuelle Vorreiter. Nach einer Knöchelblessur im Sommer kam er immer besser in Fahrt und gewann vor Kraft den Kontinentalcup in Stams. In Wisla begeisterte er nun den Cheftrainer. "Er ist mit so viel Herz gesprungen und hat heute noch einmal etwas draufgesetzt", lobte Kuttin.

Früherer nordischer Kombinierer gewinnt

Von den weiteren vier Österreichern im Finale belegte Manuel Fettner den 16. Platz, Clemens Aigner wurde 22. und Manuel Poppinger landete bei seinem Comeback nach Kreuzbandriss im ersten Weltcupbewerb seit 14 Monaten an der 27. Stelle.

Für Michael Hayböck, der weiterhin durch den Bänderriss im Knöchel gehandicapt ist, blieb nur der 30. Platz. "Die Folgen der Verletzung werden sich noch länger hinziehen. Ich bin nicht reingekommen und habe wegen der fehlenden Praxis auch nicht gewusst, was ich ändern soll", sagte der Oberösterreicher.

Junshiro Kobayashi, ein früherer Nordischer Kombinierer, feierte seinen weitaus größten Erfolg. Bisher war ein 13. Rang vom März 2015 die beste Platzierung des 26-Jährigen gewesen. Der Dritte des Sommer-GP fixierte mit 124 und 126,5 Metern den ersten japanischen Erfolg seit Noriaki Kasai im November 2014.

Kobayashi verhinderte mit 2,3 Punkten Vorsprung den Hattrick des Lokalmatadors Kamil Stoch (121/129,5), der im heurigen Jänner in Wisla Doppelsieger gewesen war. Stoch hatte sich vor den Augen von Polens Präsident Andrzej Duda im Finale vom achten Platz verbessert.

Kraft war nach dem ersten Durchgang ex aequo mit Kobayashi Zweiter. Als vorletzter Springer rutschte er auf den dritten Rang zurück. Diesen behielt er, weil Halbzeit-Spitzenreiter Richard Freitag nach 126 nur noch 120 Meter gelangen. Damit blieb der Deutsche 4,6 Punkte hinter den Podestplätzen zurück.

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