Skispringen: Ex-Trainer Pointner: "Kraft tut mir richtig leid"

Von 2004 bis 2014 war Alexander Pointner Cheftrainer der österreichischen Skisprung-Nationalmannschaft und führte die Superadler mit Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern und zum Beispiel Wolfgang Loitzl in ungeahnte Sphären, prägte eine Ära und ist bis dato der erfolgreichste Trainer in der Geschichte des österreichischen Skiverbandes.

Von 2004 bis 2014 war Alexander Pointner Cheftrainer der österreichischen Skisprung-Nationalmannschaft und führte die Superadler mit Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern und zum Beispiel Wolfgang Loitzl in ungeahnte Sphären, prägte eine Ära und ist bis dato der erfolgreichste Trainer in der Geschichte des österreichischen Skiverbandes.

Der gestrige historische Absturz der Skispringer bei der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen, als Gregor Schlierenzauer als bester heimischer Springer lediglich Platz 19 bekleidete und Stefan Kraft nach nur einem Durchgang die Skier wieder abschnallen musste, beschäftigt Pointner aber durchaus, wie er in seiner Kolumne "Mut zum Absprung" in der Tiroler Tageszeitung beschreibt: "Man stelle sich vor, ein Topathlet fährt als Favorit zu einer Großveranstaltung, übernimmt sogar kurzzeitig die Führung, bevor er leicht zurückfällt."

Den Absturz Krafts erklärt sich Pointner so: "Und dann, von einem Tag auf den anderen, scheint er seine Sportart verlernt zu haben, kommt nicht einmal mehr ins Finale. So etwas kann vermutlich nur beim Skispringen passieren und da erwischte es ausgerechnet Stefan Kraft. Ich kann darüber nur den Kopf schütteln, Stefan tut mir in seiner Ratlosigkeit richtig leid."

"Dem ÖSV ist es nur recht, wenn die Nordischen nicht zu stark sind"

Der ÖSV habe es geschafft, einen der weltbesten Springer "völlig zu verunsichern." Pointner nimmt sich in seiner Kolumne kein Blatt vor den Mund, rechnet ordentlich ab. Das Betreuerteam sei überfordert, das ewige Relativieren von mäßigen Erfolgen würde dem Team nun auf den Kopf fallen.

Selbst sein Nachfolger, Cheftrainer Heinz Kuttin, bekommt ordentlich ab: "Die gestrige plötzliche Erkenntnis von Heinz Kuttin, dass jetzt mit dem Analysieren Schluss sei, weil sich die 'Jungs' ja nicht mehr 'spüren', kommt viel zu spät. Das 'Sich-Spüren' braucht ein langfristiges Konzept und funktioniert nicht von heute auf morgen."

In seiner Schimpftirade macht Pointner auch vor den obersten Verantwortlichen des ÖSV nicht Halt: "Dem alpin-lastigen ÖSV ist es nur recht, wenn die Nordischen nicht zu stark sind." Denn auch die Tatsache, dass beispielsweise bei den Slowenen gefühlt jedes Jahr ein 17- oder 18-Jähriger in die vorderste Reihe springt, während vergleichend dazu die Jugendarbeit in Österreich ordentlich hinterher hinkt, bringt Pointner auf die Palme: "Der Nachwuchs bleibt auf Continentalcup-Niveau stecken, denn auch dort werden seit Jahren mäßige Entwicklungen schöngeredet."

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