Ski Alpin: Hirscher kann in Garmisch nächsten Rekord knacken

Marcel Hirscher surft derzeit auf der Erfolgswelle und möchte das auch am Sonntag (10.30/13.30 Uhr) im Riesentorlauf von Garmisch-Partenkirchen unter Beweis stellen. Wenn er gewinnt, hätte der Salzburger zehn Siege in einer Saison gefeiert, was ihm bisher noch nie gelungen ist. "Ich denke nicht an Punkte, ich möchte Rennen gewinnen", sagte der Ausnahmekönner in Österreichs Ski-Team.

Marcel Hirscher surft derzeit auf der Erfolgswelle und möchte das auch am Sonntag (10.30/13.30 Uhr) im Riesentorlauf von Garmisch-Partenkirchen unter Beweis stellen. Wenn er gewinnt, hätte der Salzburger zehn Siege in einer Saison gefeiert, was ihm bisher noch nie gelungen ist. "Ich denke nicht an Punkte, ich möchte Rennen gewinnen", sagte der Ausnahmekönner in Österreichs Ski-Team.

"Rekorde, auf die ich stolz bin"

Am Dienstagabend holte Hirscher in Schladming seinen 54. Weltcup-Sieg und egalisierte damit die ÖSV-Bestmarke, die Hermann Maier im November 2008 mit seinem letzten Sieg in Lake Louise in die Geschichtsbücher geschrieben hatte. Mit Nummer 55 würde er sich auf eine Stufe mit der Schweizerin Vreni Schneider heben. "Jetzt erreiche ich definitiv Rekorde, auf die ich wirklich stolz bin", freute sich der 28-Jährige zuletzt.

"Wenn ich mich an den Sommer zurückerinnere, als ich auf der Couch gelegen bin mit einem Gips, der ungefähr fünf Kilo schwer war, da habe ich nicht gedacht, dass ich überhaupt Rennen gewinnen kann in dieser Saison", erzählte Hirscher. "Das ist der Unterschied. Ich denke nicht an Punkte, ich möchte Rennen gewinnen, weil ich im Moment das Gefühl habe, ich bin in der Lage, Rennen zu gewinnen, aber ich muss hundert Prozent geben. Ich denke nicht an Taktik oder daran, Punkte zu machen."

Puelacher sprachlos

Relativ sprachlos angesichts des Phänomens Hirscher zeigte sich Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher. "Er ist für mich der beste Skifahrer der Welt, mehr gibt es nicht zu sagen. Er bringt alles mit, was es braucht, um ein Superstar zu sein. Die Persönlichkeit ist auch noch gewachsen", meinte der Tiroler. "Wie er sich verhält, wie ich ihn erlebe, was sollst du da noch sagen? Die Superlative gehen uns eh aus."

Hirscher auch im RTL dominant

Im Riesentorlauf ist Hirschers Dominanz heuer ähnlich eklatant wie im Slalom - der Unterschied ist, dass weniger Rennen stattgefunden haben. Von den vier ausgetragenen Bewerben exklusive dem Parallel-RTL in Alta Badia entschied der Österreicher drei für sich, einen gewann der Franzose Alexis Pinturault.

Nach seinem Sieg in Adelboden am Dreikönigstag war Hirscher programmbedingt bis Ende dieser Woche nicht mehr dazugekommen, Riesentorlauf zu trainieren. Der Zeitplan nach dem Nightrace sah gleich am nächsten Tag in der Früh einen Besuch in Wien anlässlich der Olympia-Verabschiedung vor.

Dass das hinsichtlich der Vorbereitung auf die mit dem City Event in Stockholm noch anstehenden zwei Weltcup-Rennen vor der Südkorea-Reise nicht ideal war, leuchtet ein. "Mir ist bewusst, dass das so funktioniert, das Geschäft. Aber der Zeitpunkt ist natürlich schon sehr, sehr ungünstig", merkte Hirscher an. "Ich habe am Sonntag Rennen, am Dienstag wieder."

Schörghofer verzichtet auf Start

Philipp Schörghofer wird in Garmisch, obwohl er wieder fit ist, nicht am Start stehen. Der Salzburger verzichtet aus Rücksicht auf seinen Verletztenstatus auf Weltcup-Rennen in dieser Saison und bestreitet nur den Olympia-RTL. Die österreichische Mannschaft für Südkorea ist damit fix. Sie besteht aus Hirscher, Manuel Feller, Stefan Brennsteiner und Schörghofer.

"Das Riesentorlauf-Team steht, außer es passiert noch irgendwas, was ich nicht vorhersehen kann", bestätigte Puelacher der APA - Austria Presse Agentur. "Sollte irgendwer reinknallen, wäre er ein Thema wieder", fügte er hinzu. "Wenn einer da wirklich schnell ist und aufzeigt, dann überlege ich wieder: Brauche ich den, brauche ich ihn nicht? Wer ist schneller, wer ist besser?

Auch Christian Hirschbühl ist für das Pyeongchang-Aufgebot trotz drei Slalom-Nullern in Serie weiterhin ein konkreter Gedanke. "Wir wissen, dass er sehr schnell fährt. Man muss alles berücksichtigen", betonte Puelacher. "Wir wollen ja, dass er schnell Ski fährt. Wenn er ausscheidet, ist das zwar nicht gut, aber wenn der einmal durchkommt, ist er vorne dabei."

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